111 Songs: 2raumwohnung – „Wir trafen uns in einem Garten“

Ende der 90er-Jahre – die Loveparade taumelte von einem Teilnehmer-Rekord  zum nächsten – hatten sich die auf ihre Grundstruktur reduzierten Techno-Tracks abgenutzt. Das Prinzip des marschierenden 4-to-the-floor-Sounds plus Knaller-Effekt als Ersatzrefrain war fad geworden. Da kamen Tommi Eckart und Inga Humpe gerade recht. Der zurückhaltende Electro-Bastler und die quirlige Sängerin hatten den Geist und die Atmosphäre der elektronischen Partyszene durch und durch verstanden. Inga konnte zudem auf eine schillernde New-Wave-Vergangenheit zurückblicken. Mit Schwester Annette war sie in den Achtzigern aus dem Sauerland nach West-Berlin gekommen und hatte vieles ausprobieren können, bei den Neonbabies etwa oder bei DÖF. Was lag also näher, als das elektronische Format mit klassischen Songstrukturen zu kreuzen? Der Auftrag, einen zeitgeistigen Werbespot für die ostdeutsche Zigarettenmarke Cabinet zu vertonen, bildete im Jahr 2000 die Grundlage für ihren späteren Hit „Wir trafen uns in einem Garten“. Der Projekttitel 2raumwohnung wurde offizieller Bandname.

Ein fast schon zufälliger Start, der die Grundstruktur einer erstaunlich stringenten Erfolgsgeschichte definierte: Melancholisch-verträumte Melodien aus klassischer Pop-Schule liegen über einem fein gewebten elektronischen Teppich. Dazu im visuellen Erscheinungsbild verwaschene Farben und ein Sich-Verlieren in Zeit und Raum. Lange bevor sich die Fotosoftware Instagram verbreitete, hatten 2raumwohnung damit den Soundtrack für ein weichgezeichnetes Lebensgefühl geschaffen. Im Tanz der Möglichkeiten wird die Liebe zum träumerischen Abenteuer. Auf ihrem Debütalbum schwebt Humpes samtige Stimme über einem Badeschaum aus Beats und Akustikgitarren. Dieses Prinzip sorgt bis heute für milde Ohrwürmer. Für Auftritte hat sich das Electro-Team längst zur Band verstärkt, während sich 2raumwohnung im Clubformat als kongeniales Produzenten-DJ-Duo präsentieren.

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Setbericht „Z Nation“: Zombies blasen Trump den Marsch

Follow @sassanniasseri Das Ende der Welt steht bevor, ganz sicher, und es begint auf einem stillgelegten Fabrik-Areal, in einer kalten, dunklen Lagerhalle. Dort wird Lithium abgezapft, aus dem Wasser eines Schwimmbeckens. Gewonnen wurde das Lithium aus den Körpern von, nun ja, eingelagerten Zombies. Die sprechen können. Diese Untoten sind wie wir, aber irgendwie auch nicht. Die Leichen können zwar reden und haben Gefühle, greifen die Überlebenden dennoch an. Falls sie nicht gesättigt wurden. Mit Gehirnkeksen. Die Apokalypse, sprechende Zombies als Energiequelle – Gehirnkekse? Ein echter Irrsinn. Aber ein grandioser Irrsinn. Hier auf dem Land, auf dieser Brache inmitten grüner Felder,…
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