Der Geschenkeguide für Musikliebhaber*innen

Rolling Stone Empfiehlt


Kooperation | Suchen Sie noch nach einem passenden Geschenk für Ihre Liebsten oder auch für sich selbst, falls wieder nur die obligatorischen Socken unter dem Weihnachtsbaum liegen? Lassen Sie sich von ROLLING STONE inspirieren! Wir helfen bei der Entscheidung, das perfekte Weihnachtspräsent für Musikliebhaber in der Familie oder im Freundeskreis zu finden. Auf dieser Seite finden Sie in der Adventszeit gesammelte Geschenke, die nach dem Auspacken auf jeden Fall für ein Strahlen sorgen.

Der Geschenkeguide für Musikliebhaber*innen

  • Minor III


    Mit Marshalls Minor III noch länger Musik hören. Auch praktisch: Wird ein Ohrhörer vom Träger herausgenommen, pausiert die Musik automatisch – beim wieder Einstecken ins Ohr geht es nahtlos mit den Lieblingssongs weiter.

  • MOTIF A.N.C.


    Mit Marshalls Motif A.N.C. lassen sich Umgebungsgeräusche ausblenden, sodass man ganz ungestört in die eigenen Lieblings-Tracks eintauchen kann. Das Level an aktiver Geräuschunterdrückung und Transparenz kann ganz individuell bestimmt werden.





111 Songs: Heinz Rudolf Kunze – „7. Juli vormittags“


von

Als Heinz Rudolf Kunze anfing, war er 23 Jahre alt und schon Lehrer, die Siebziger waren gerade vorbei, die sozialliberale Ära ging zu Ende, man las noch die Songtexte auf den Plattenhüllen, und seine Texte las man gleich zweimal, denn sie barsten vor Bildung und Wortgewalt. Kunzes erstes Lied, streng und bitter, hieß „Bestandsaufnahme“ und handelte von der Erschöpfung einer Generation ohne Ziel. Der genialische Dichter aus Osnabrück war mit einem ordentlichen Plattenvertrag ausgestattet und legte mit seinem musikalischen Partner Mick Franke vier Meisterwerke vor. Auf dem vierten, „Ausnahmezustand“, war Ray Davies’ „Lola“, und das wurde im Radio gespielt.

Ein Jahr später, 1985, war Kunze mit „Dein ist mein ganzes Herz“ ein Popstar und trat in der „Hitparade“ auf. Die Musik war jetzt manchmal Schlager, die Lyrik wurde einfacher, Songs hießen „Finden Sie Mabel“ und „Alles, was sie will“, die Band rockte, und Kunze sang süffisant: „Guten Abend, Grugahalle, fühlt ihr euch im Recht?“ Ein paar Jahre ging der Spagat gut, dann wurden die Alben und die Wortspiele angestrengt. Kunze fallen unaufhörlich Texte ein – und er veröffentlicht auch fast alle.   

Damals machte er ätzendes Kabarett, las Aphorismen vor, spielte große garstige Lieder wie „Folgen Sie mir weiter“, „Nachts um halb drei“ und „Man kann doch zu sich stehen, wie man will“. Ja, das war politisch, und es war zynisch und witzig und elegisch. „Wir hatten damals ,Mit Schirm, Charme und Melone‘/ Und vor allem Emma Peel/ Und jeder unserer Träume begann mit dem Geräusch des Reißverschlusses von ihrem schwarzen Knautschlack-Kampfanzug … Heute bleibt den hohlwangigen, glutäugigen Knaben nur die ,Muppet-Show‘ … Ich möchte nicht jünger sein, als ich bin/ Wenn ich alles noch einmal machen könnte/ Würde ich vermutlich gar nichts machen.“