Dry Cleaning

„Secret Love“

Beggars (VÖ: 9.1.)

Die Briten verschränken das Brutale mit dem Zärtlichen.

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Das Quartett aus Südlondon macht eine merkwürdige Musik, die sich mit herkömmlichem Musikjournalistenbesteck nicht greifen lässt. Und weil John Parish das Produzentenzepter für Album Nummer drei an Cate Le Bon abgegeben hat, klingt sie jetzt noch merkwürdiger. All die Vergleiche mit Künstlerinnen wie Laurie Anderson oder Annette Peacock führen ja zu nichts.

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Florence Shaw breitet ihre absurden, mitunter süffisanten Reflexionen und Gegenwartsbetrachtungen diesmal nicht nur über herzflimmernde No-Wave-Kaskaden, die aus abgebrochenen Pixies-Demos editiert sein könnten („My Soul/Half Pint“), sondern auch über harsche Dream-Pop-Ebenen („Secret Love“) und verkrautete Folk-Flächen („Let Me Grow And You’ll See The Fruit“). Das Fragmentarische ist die DNA, aus der Dry-Cleaning-Songs geboren werden. In die Bilderflut aus Lebenslügen, Kriegsgräueln und propagandistischer Dauerberieselung mischt sich hier eine neue Zärtlichkeit.

Diese Review erscheint im Rolling Stone Magazin 1/2026.