Courtney Marie Andrews
„Valentine“
Loose Future/Thirty Tigers (VÖ: 16.1.)
Schmerzlich schöne Balladen der Americana-Poetin.
Langsam, aber sicher mausert sich die in Nashville lebende Songschreiberin und Malerin zu einer der wichtigsten Americana-Stimmen ihrer Generation. „Valentine“ ist wie schon ihre letzten beiden Alben ein Werk voll reifer, reflektierter und stets warmherziger Erkundungen des Herzens. Erschüttert vom drohenden Tod eines geliebten, von Psychosen geplagten Menschen, von einer in die Brüche gegangenen Beziehung und der ungewissen Zukunft einer neuen Liebe singt Andrews wunderschöne Balladen wie das zart psychedelisierte, an Fleetwood Mac gemahnende „Little Picture Of A Butterfly“.
Andere Lieder („Keeper“, „Best Friend“, „Hangman“) bergen das flehentliche Sentiment von Emmylou Harris und die furchtlosen Emotionen der frühen Joni Mitchell in sich, vereinen Country-Schmelz und Folk-Frische, Sinnsuche und Abenteuer. Andrews scheut weder Schmerz noch Sehnsucht, sie trägt beides auf der Zunge.
Diese Review erscheint im Rolling Stone Magazin 2/2026.