Wegen Trump: Neil Young zieht in den Krieg gegen Apple und Verizon
Neil Young greift Apple und Verizon wegen Trump-Unterstützung an, ruft zum Boykott auf und spricht über neue Songs und sein Leben mit 80
Zwei Tage nachdem er Amazon wegen der Unterstützung von Donald Trump durch Jeff Bezos scharf angegriffen hatte, nimmt Neil Young nun Apple und Verizon aus genau denselben Gründen ins Visier. In einem neuen Beitrag auf den Neil Young Archives schreibt Young, dass er sein Verizon-Klapphandy loswerden und Apple kein Geld mehr geben werde.
„Ich kann kein Verizon-Telefon benutzen“, schreibt er. „Verizon ist ein Unterstützer von Trump, mit viel Geld. Was soll ich tun? Ich spreche gerade mit unserem Büro, um zu sehen, ob ich ein T-Mobile-Klapphandy bekommen kann.
„T-Mobile ist kein Unterstützer des faschistischen Trump-Regimes. Ich versuche, keine Unternehmen mehr zu unterstützen, die das Regime mit riesigen Spenden unterstützen, nur um ihren eigenen Hintern zu retten, während Menschen auf den Straßen Amerikas erschossen werden. Nicht nur in Minnesota, in ganz Amerika!“
Boykott gegen Apple und Kritik an Tim Cook
Young benutzt derzeit einen Apple-Computer, ist darüber aber alles andere als glücklich. „Ich muss anhalten und alles neu bewerten“, schreibt er. „Keine Upgrades mehr! Das füttert Apple, Apple unterstützt ‚das Regime‘. Ich höre jetzt sofort auf, rufe meine Geschäftsmanagerin an und stelle sicher, dass ich nichts mehr von Apple upgrade.“
„Okay“, schreibt er weiter, „sie sagt, ich kann den Computer behalten. Er ist ja schon bezahlt. Aber keine weiteren Upgrades mehr. Dieses Geld geht jetzt an Apple. Tim Cook, der CEO, überschlägt sich geradezu dabei, das Regime zu unterstützen! Er war neulich bei der Melania-Premiere im Weißen Haus, hat sich angebiedert. Igitt! Was für eine Welt.“
„Ich muss alles, was ich tue, neu bewerten“, schließt Young. „Ich werde Apple verklagen, wenn mein Computer ohne das neue teure Upgrade nicht mehr funktioniert. Und was ist mit Warner Brothers?“
Aufruf zum Protest gegen Großkonzerne und ICE
An anderer Stelle des Beitrags verlinkt Young auf einen Artikel mit Kontaktinformationen der CEOs von elf Konzernen – Amazon, Meta, American Airlines, AT&T, Microsoft, Home Depot, Verizon, FedEx, UPS, Dell und Apple – und fordert seine Leser auf, sich direkt an sie zu wenden.
„Lasst sie wissen, dass ihr dagegen seid, dass sie Geschäfte mit ICE machen, und gegen die unamerikanischen und illegalen Handlungen von ICE – darunter ungerechtfertigte Tötungen, der Einsatz von Tränengas, Entführungen und die Verhaftung unschuldiger Menschen.“
Neue Songs, Zoom-Chat und persönliche Einblicke
Am Dienstag führte Young einen Live-Zoom-Chat mit Premium-Mitgliedern der Neil Young Archives. Dabei erzählte er, dass er sechs Songs für sein nächstes Album geschrieben habe. „Einer davon ist wirklich interessant“, sagte er. „Ich nenne ihn ‚The Second Song‘. Ich wachte eines Morgens auf und dachte über diese Melodie nach. Ich fragte mich: Habe ich das schon geschrieben oder ist das schon ein Song?“
„Ich versuchte herauszufinden, was es ist. Ich dachte, es muss ein Song von mir sein, aber ich konnte nicht herausfinden, welcher. Also schrieb ich eine Menge neuer Texte, und jetzt habe ich einen zweiten Song daraus gemacht. Ich freue mich sehr darauf. Und ich mag auch alle anderen, an denen ich gerade arbeite.“
Er teilte sogar den Text eines noch unfertigen Songs:
„Soon I might be going /
So I wanted you to know /
It was Christmas in the Rockies /
Just like summer with no snow /
The Crimson Pirate was showing at the movies /
It’s the one you really should see /
The water is like diamonds /
And the ships are on the sea /
The answer to our questions is lingering in the mist /
And the revolution is coming like a fighter with a fist.“
Biopic-Frage, Humor und der Blick auf den 80. Geburtstag
Ein Fan fragte Young, ob er – wie Bob Dylan – einen Biopic-Film über sein Leben in Erwägung ziehen würde. „Ich weiß nicht, wie man das machen soll, solange man noch lebt“, antwortete er. „Ich kenne ein paar Leute, die an etwas arbeiten, aber ich will damit nichts zu tun haben. Ich mache lieber noch eine weitere Platte.“
„Kannst du dir vorstellen, dabei zu sein, während jemand einen Film über dich dreht, und du sitzt daneben und sagst mit alberner Stimme: ‚Ja, das ist ein guter Film über mich‘?“
Zum Abschluss sprach Young über seinen kürzlich gefeierten 80. Geburtstag. „Ich dachte, ich würde Angst haben“, sagte er. „Ich hatte die ganze Zeit Angst davor, 80 zu werden – bis ich 80 war. Dann dachte ich: Ich bin 80. Und? Was soll’s?“
„Es ist mir jetzt egal. Viele Dinge sind mir egal geworden, die früher wichtig waren. Ich mag es, gesund zu sein. Ich mag es, mich zu bewegen. Ich gehe gern raus und spazieren. Ich mag kein Fitnessstudio, aber gestern bin ich drei Meilen auf 2.600 Metern Höhe gelaufen. Das ist es, was ich gern mache.“