Vor welchen Monstern Mad Mikkelsen wirklich Angst hat
Horrorkomödie „Dust Bunny“ startet am 19. Februar. Bryan Fuller und Mads Mikkelsen über Märchen, Monster und Familie.
„Dust Bunny“ (Kinostart: 19. Februar) heißt die erste Kino-Regiearbeit des Serienproduzenten Bryan Fuller („American Gods“). In der Horrorkomödie engagiert ein achtjähriges Mädchen (Sophie Sloan) einen Profikiller, der ein Monster unter ihrem Bett erlegen soll – den Killer spielt Mads Mikkelsen, der mit Fuller schon die „Hannibal“-Serie um das Verbrechergenie Hannibal Lecter umgesetzt hatte. Ein Interview mit Fuller und Mikkelsen über Märchen, Abba und elterliche Gefühle.
Das Genre der Horrorkomödie befindet sich in der Krise. Was hat Sie an diesem Film gereizt?
Fuller: „Dust Bunny“ ist „Gateway Horror“, ein Familienfilm mit einem Mädchen als Protagonistin. Das verändert für mich sofort die Dynamik. Dies ist eine Liebeserklärung an die Amblin-Filme der 80er, „Gateway Horror“ wie „Poltergeist“, „Gremlins“ oder „Indiana Jones und der Tempel des Todes“. All diese Filme hatten Kinder in erschreckenden Situationen, boten aber Zugänglichkeit und Spaß.
Monster der Kindheit
Vor welchem Monster hatten Sie als Kind Angst?
Fuller: Das Monster auf meinem Shirt: Frankenstein!
Mikkelsen: Ich liebe die „Universal“-Monster. Den Werwolf. Das Erschreckende daran war, dass er sich wie eine normale Person präsentieren konnte, aber da war etwas in ihm mit Fängen und Fell, das großen Schaden anrichten würde.
Haben Kinder einen leichteren Zugang zu Monstern als Erwachsene, weil sie an das Übernatürliche glauben?
Mikkelsen: Auf jeden Fall. Ich denke, dass Kinder einen natürlicheren Weg haben, Pakte mit Monstern zu schließen. Einfach, um zum Überleben. Es könnte schreckliche Dinge in deinem Leben geben, aber wenn du dich mit etwas zusammentust, das genauso mächtig und schrecklich ist und das noch Bösere besiegen kann, ist das eine gute Überlebensstrategie. Viele Kinder machen das so.
Wahlfamilien und Bindungen
Ein Thema des Films ist die Gründung einer Ersatzfamilie. Wen würden Sie zu Ihrer Familie zählen, auch wenn er oder sie kein Verwandter ist?
Fuller: Wenn wir unsere Familie selbst wählen, ist es eine mächtigere Bindung – weil sie nicht auf Blutsverwandtschaft basiert. Bei „Hannibal“ war ich mir der Freundschaft, die ich mit Mads hatte, bewusst.
Der Killer im Film hat eine komplizierte Beziehung zu seiner Mutter, gespielt von Sigourney Weaver. Sie will auf keinen Fall „Mum“ genannt werden.
Mikkelsen: Es ist offensichtlich seine kleine verschmitzte Agenda, die Bryan in den Film eingebaut hat: Sigourney als meine Mutter? Sie ist auch die Frau, die die Spuren meiner Verbrechen beseitigt.
Fuller: Sie ist eine Auftraggeberin und Problemlöserin. Unterscheidet sich alles nicht so sehr von der Beziehung zwischen meiner Mutter und mir.
Jugendfreigabe und Märchenlogik
„Dust Bunny“ ist nicht so blutig, wie man ihn sich ausmalen könnte. Haben Sie darüber nachgedacht, ihn nicht jugendfrei zu inszenieren?
Fuller: Er ist R-rated in den USA. Damit hatte ich nicht gerechnet. Wir bemühten uns, einen Kinderklassiker zu erschaffen. Eine Geschichte zu erzählen, die Kinder jeden Alters genießen. Leute, die im Alter unserer Darstellerin Sophie Sloan sind, 9, 10 oder 11, sollten ihn schauen. Wir zeigen doch keine nackten Menschen. Wir zeigen kein Blut. Und die Gewalt, die wir zeigen, erinnert mehr an die Looney Tunes, an Bugs Bunny und Duffy Duck, als alles, was in einer Realität verankert ist.
Mikkelsen: Wir hatten ein Märchen im Sinn. Das heißt, den Film zugänglich für junge Leute zu machen, die etwas von Heldentum der kleinen Heldin lernen und sie als Heldin anerkennen. Einen Menschen, zu dem sie aufschauen können, obwohl sie ein 10-jähriges Mädchen ist. Dafür sind doch Märchen da: Uns zu lehren, dass das Gute gerade in gefährlichen Situationen zum Vorschein kommen kann.
War es nicht sehr teuer, einen ABBA-Song nutzen zu dürfen? Der Film blendet „I Am the Tiger ein.
Fuller: Es ist ein Deep Cut, ein echter B-Seiten-Schnitt des ABBA-Albums „Arrival“. Also nicht so teuer wie „Dancing Queen“. Würde ich zumindest annehmen …