„Vanished“: Kann Kaley Cuoco auch Archäologin sein?
Von der Cheesecake-Factory zur Ausgrabung: Kaley Cuoco schult für den Mystery-Thriller „Vanished“ um
„Also, ich hab‘ Neuigkeiten“, verrät Alice Tom beim Dinner in Paris, „mir wurde eine Super-Stelle angeboten: Und zwar als außerordentliche Professorin im Fach Archäologie in Princeton.“ Surreal wirkt die Szene nicht nur, weil die Frau im roten Abendkleid ein bisschen zu jung für so einen Job wirkt, sondern weil sie aussieht wie Penny aus „The Big Bang Theory“, der man alles außer einer akademischen Karriere zugetraut hätte. Aber wenn uns „Praxis Bülowbogen“ einst glauben ließ, dass Günter Pfitzmann ein Arzt sein könnte, oder der James-Bond-Film „Die Welt ist nicht genug“ uns weismachte, dass Atomphysikerinnen wie Denise Richards aussehen, warum sollte dann Kaley Cuoco keine Archäologin spielen dürfen? Vor allem, weil Alices Job in „Vanished“ dann ganz schnell zur Nebensache und Kaley Cuoco zu keiner neuen Indiana Jones oder Lara Croft wird.
Stattdessen dürfte allen, die sich noch an Roman Polanskis Hitchcock-Hommage „Frantic“ mit Harrison Ford erinnern, die Story des Vierteilers ziemlich bekannt vorkommen. Als Alice und Tom (Sam Claflin aus „Daisy Jones & The Six“) auf dem Weg nach Arles sind, verschwindet er nach einem mysteriösen Telefonanruf plötzlich aus dem Zug – und „Vanished“ verwandelt sich in einem Mystery-Thriller. Alice irrt durch Marseille, sucht nach Tom, der offenbar einige Geheimnisse hatte, wird zur Mordverdächtigen, verbündet sich widerwillig mit einer französischen Journalistin („Wir spielen in einer französischen Spelunke Cagney und Lacey – ich bin raus!“) und kommt einer Menschenschmugglerbande auf die Spur. All das wird mit so vielen langatmigen Verfolgungsjagden, Versteckspielen und unwahrscheinlichen Wendungen erzählt, dass im Vergleich dazu die Idee, dass Penny eine Archäologie-Professorin sein könnte, schließlich gar nicht so abstrus wirkt. (ARD Mediathek)