Jon Stewart rechnet mit der Hantavirus-Berichterstattung ab: „Das ist keine Pandemie“

„Das ist nicht mal in Affenpocken-Territorium“, so der Moderator. „Aber Realität verkauft sich halt schlecht“

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In der neuesten Folge von „The Daily Show“ nahm sich Jon Stewart die Medienpanik rund um den Hantavirus-Ausbruch vor. Nachdem er eine Reihe von Nachrichtenclips eingespielt hatte, in denen vom „tödlichen Virus“ die Rede war, appellierte Stewart an die Zuschauer, den Hype nicht mitzumachen und diesen Ausbruch nicht als die nächste Covid-Pandemie zu betrachten.

Der Moderator – im Schutzanzug gekleidet – reagierte: „Was? Schon wieder eine Pandemie? Müssen wir jetzt wieder anfangen, uns die Hände zu waschen oder im Supermarkt völlig auszuflippen?“

Nachdem er die Unterschiede zwischen beiden Krankheiten erläutert hatte, sagte er: „Der Punkt ist: Manche Menschen werden vielleicht ziemlich krank – aber vergessen Sie Covid. Das hier ist keine Pandemie. Dieser Hantavirus ist nicht mal in Affenpocken-Territorium. Aber Realität verkauft sich halt schlecht.“

Medien schüren Panik

Stewart kommentierte, wie die Nachrichtenmedien die mögliche Ausbreitung maßlos dramatisiert hätten. „Experte um Experte, Wissenschaftler um Wissenschaftler haben völlig transparent erklärt, warum diese Erkrankung zwar ernst zu nehmen, aber eine Bedrohung auf niedrigem Niveau für die öffentliche Gesundheit ist“, resümierte er. „Ihre Worte haben viel dazu beigetragen, die Sorgen einer aufgewühlten Öffentlichkeit zu beruhigen. Und der Herr weiß: Das kann die Presse nicht zulassen.“

Die Passagiere des betroffenen Kreuzfahrtschiffs MV Hondius waren am Wochenende von Bord gegangen und in ihre Heimatländer zurückgekehrt, wo sie unter Quarantäne gestellt wurden. Die Berichterstattung über die Ankunft war besonders chaotisch, was Stewart zu dem Seitenhieb verleitete: „Die Experten sagen: ‚Bleibt ruhig‘ – aber die Medien sagen: ‚Nein, wir bevorzugen Panik.’“

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Stewart warf den Reportern vor, das Ganze „wie den OJ-Fall“ zu behandeln, und stellte fest, dass der Einsatz von Drohnen für Aufnahmen von Passagieren, die aus einem Bus steigen, eine komplette Ressourcenverschwendung sei. „Spektakulär“, sagte er. „Was für eine sinnvolle Verwendung von Drohnen. Die Ukraine setzt ihre ein, um Russland zu bekämpfen – aber gut für euch.“

Jagd nach Pandemie-Quoten

Der Moderator schloss seinen Monolog mit der Bemerkung, es wirke, „als würden sie alle versuchen, diesen Pandemie-Quotenzauber wieder einzufangen“. Er fügte hinzu: „Das verbreitet sich wie – was verbreitet sich eigentlich nicht? Kalte Butter? Die Beine einer Prüden? Also: alles gut. Kein Ding. Leben Sie Ihr Leben!“

Emily Zemler schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil