Inflation auf Dreijahreshoch – Trumps Wirtschaftszustimmung bricht ein

Der Krieg des Präsidenten mit dem Iran trifft die amerikanische Wirtschaft immer härter – während die Regierung weiter Schönwetter meldet.

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Während die Folgen von Donald Trumps Krieg mit dem Iran die amerikanische Wirtschaft weiter belasten, beharren Regierungsvertreter darauf, dass die Lage nicht nur in Ordnung, sondern geradezu glänzend sei. Die Amerikaner kauften heimisches Öl, der Aktienmarkt eile von Rekord zu Rekord, und das lang versprochene goldene Zeitalter breche gerade an. Doch die Zahlen lügen nicht: Das Bureau of Labor Statistics meldete diese Woche, dass die Inflation im April um knapp 3,8 Prozent gestiegen ist – der höchste Stand seit Mai 2023.

Laut dem Dienstagsbericht des Arbeitsministeriums ist der Inflationsanstieg seit Kriegsbeginn im Februar vor allem auf den massiven Preisanstieg bei Öl, Gas und anderen Rohstoffen zurückzuführen, die durch die weiterhin gesperrte Straße von Hormus transportiert werden. Im März, dem ersten Kriegsmonat, war die Inflation bereits auf 3,3 Prozent geklettert. Das Bureau of Labor Statistics berichtete, dass der Benzinpreis im Jahresvergleich um 28 Prozent gestiegen ist, während Heizöl im gleichen Zeitraum sogar um 54 Prozent teurer wurde.

Die Preissteigerungen bei diesem Grundrohstoff haben sich durch alle Branchen gefressen, die auf Transportlogistik angewiesen sind – die Preise für Grundnahrungsmittel wie Obst, Lebensmittel, Getränke und Haushaltswaren ziehen entsprechend an.

Weißes Haus contra Realität

Das Weiße Haus reagierte auf den Bericht mit einer eigenen Grafik, die Produkte zeigt, die tatsächlich günstiger geworden sind. An der Spitze: Eier – wirtschaftspolitisch ein wunder Punkt der Trump-Regierung. Dahinter folgen Smartphones, Sporttickets und Herrenanzüge. Also genau die Grundgüter, die jede Familie zum Leben braucht.

Mit ihrem weltfremden Beharren darauf, dass alles zum Besten stehe, kommt die Regierung beim amerikanischen Volk offenbar nicht an. Je weiter die Inflation steigt, desto tiefer fällt Trumps Zustimmung in Wirtschaftsfragen. Einem am Dienstag veröffentlichten CNN-Poll zufolge erreichte Trumps Missbilligungswert beim Thema Wirtschaft zwischen dem 30. April und dem 4. Mai einen Höchststand von 70 Prozent. Eine separate Umfrage von Associated Press und NORC aus dem April kam zu einem ähnlichen Ergebnis: 76 Prozent der Befragten lehnten die Art ab, wie der Präsident mit den Lebenshaltungskosten umgeht.

Während die Amerikaner sich abrackern, ist der Präsident damit beschäftigt, KI-Schrott auf Truth Social zu posten und seinen Verkehrsminister auf Luxus-Roadtrips zu schicken – während der Rest des Landes mit explodierenden Spritpreisen kämpft. Am Dienstagmorgen fantasierte Trump davon, sein Gesicht auf den Hundert-Dollar-Schein zu drucken. Für den Fall, dass seine Wähler beim nächsten Mal an der Zapfsäule vergessen haben sollten, wer ihnen die Wirtschaft an die Wand gefahren hat.

Nikki McCann Ramirez schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil