Harrison Ford über seine Whisky-Werbung: „Es gab eine Menge Dinge, die ich erst lernen musste“

Der Schauspieler spricht über seine Limited-Edition-Kollaboration mit Glenmorangie und die von Joel Edgerton inszenierte Werbekampagne.

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Ein Beitrag des US-amerikanischen ROLLING STONE aus der Reihe „RS Recommends“.

Harrison Fords erster Besuch in Schottland war womöglich für die Werbekampagne mit Glenmorangie im Jahr 2025 – doch seine Leidenschaft für Scotch reicht weit länger zurück. Ein passender Drink für einen Mann, der so raue Charaktere wie Indiana Jones oder Han Solo gespielt hat, ganz zu schweigen von gleich mehreren US-Präsidenten. Und die schottische Kultur ließ Ford offenbar nicht lange kalt: Man sehe ihn im Sunset Tower in Los Angeles, im Tartankilt, ein Glas des Glenmorangie x Harrison Ford Limited Edition Whisky in der Hand.

„Abgesehen davon, dass wir alle riesige Fans waren, erfüllte Harrison auf vielfältige Weise eine Menge unserer Kriterien. Wir suchten jemanden mit globaler Bekanntheit, denn wir sind eine globale Marke“, erklärt Caspar MacRae, President und CEO von Glenmorangie. „Es gibt nur sehr wenige Menschen, die dieses weltweite Ansehen genießen wie Harrison – und das generationsübergreifend. Der zweite Punkt war, dass wir wussten: Harrison ist wirklich aus echtem Herzblut heraus ein Liebhaber von Single-Malt-Scotch-Whisky.“

Noch vor der Whisky-Koopeartion drehte Ford eine zwölfteilige Kampagne für die Marke – Regie führte Schauspielkollege Joel Edgerton. Ford spielt sich selbst, wie er für die Aufnahmen nach Schottland reist, macht aber von Anfang an klar, dass er keinen Actionhelden abgeben will, der auf irgendeinem Berg posiert. Er will einfach am Feuer sitzen und Scotch trinken. Dieser augenzwinkernde Ansatz zog Ford ebenso an wie die Aussicht, mit Edgerton zusammenzuarbeiten.

„Er war ein Spaß. Ich habe enormen Respekt vor ihm – als Schauspieler und als Regisseur“, sagt Ford über Edgerton. „Wir hatten viel Freiheit. Und als die Typen, die wir nun mal sind, haben wir das auch ein bisschen ausgereizt. Aber ich glaube, das Material hat eine Freude und eine Bescheidenheit. Und die Menschen darin, die Menschen, die in der Destillerie arbeiten – das sind so interessante Persönlichkeiten. Darum geht es am Ende wirklich.“

Die Zusammenarbeit, am 4. Mai bekannt gegeben – dem „Star Wars Day“, laut MacRae ein glücklicher Zufall –, nahm erst richtig Gestalt an, als Ford in Schottland ankam. Gemeinsam mit Dr. Bill Lumsden, Glenmorangies Director of Distilling, arbeitete er an einem Geschmacksprofil, das zu ihm passte. „Er hebt sich von den anderen Glenmorangie-Whiskys ab, weil er etwas mehr Biss hat als manche von ihnen. Und vielleicht durch andere Geschmacksnoten, die meinem Gaumen besonders zusagen“, sagt Ford.

„Ich habe ihm hier in den Vereinigten Staaten Proben zugeschickt“, erzählt Lumsden, der an einem Prototyp gearbeitet hatte, der den gesuchten Biss bereits mitbrachte. Doch Ford wollte noch mehr. „Ich glaube, er wollte noch einen Schritt weitergehen. Aber ich habe mit ihm verhandelt und gesagt: ‚Ich möchte, dass das nicht nur für Sie, Harrison, ansprechend ist, sondern auch für Menschen, die Glenmorangie bereits lieben.‘ Also haben wir einen Kompromiss gefunden.“

Fords Rolle bei der Entwicklung

Ford gibt sich bescheiden, was seinen eigenen Anteil an der Entwicklung betrifft: „Dr. Bill hat einen hervorragenden Ruf und eine lange Geschichte auf diesem Gebiet. Es gab also eine Menge Dinge, die ich erst lernen musste, um überhaupt richtig zu verstehen, was ich da tat. Auch das war ein sehr interessanter Teil der ganzen Erfahrung.“

Auf die Frage, mit welcher seiner Filmfiguren er am liebsten einen Drink nehmen würde, macht Ford eine Pause. „Ich würde wohl John Book sagen, die Figur aus „Witness – Zeuge einer Verschwörung“. Ich glaube, der würde einen guten Dram zu schätzen wissen. Für diese Rolle habe ich mit dem Leiter der Mordkommission in Philadelphia recherchiert, und wir haben tatsächlich ab und zu in Polizeikneipen Scotch getrunken. Ich weiß also, dass er ihn mögen würde.“

Jonathan Zavaleta schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil