Miles Teller distanziert sich von Magazin-Interviews nach „mishandeltem“ „Esquire“-Porträt

2015 deutete „Esquire“ an, Teller sei „irgendwie ein Arschloch“ – ein Vorwurf, den er bis heute nicht vergessen hat: „Das fühlte sich wie eine echte Verletzung an.“

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2015 veröffentlichte „Esquire“ ein Porträt über Miles Teller, das damit eröffnete, dass der Journalist den Schauspieler interviewte, um „herauszufinden, ob er ein Arsch ist“. Mehr als ein Jahrzehnt später beschäftigt Teller das noch immer. Der Artikel, so erzählte er kürzlich „IndieWire“ bei den Filmfestspielen in Cannes 2026, habe ihn dazu gebracht, bewusst einen Bogen um schriftliche Porträts zu machen.

„Das war so schlecht gehandhabt“, sagte Teller IndieWire in Cannes. „Der Grund, warum ich keine Porträts mehr gemacht habe, ist folgender: Ich dachte mir, wenn dieses Interview nicht auf Kamera läuft, kann die Person Dinge falsch zitieren, aus dem Zusammenhang reißen oder Sachen behaupten, die nie passiert sind. Das fühlte sich wie eine echte Verletzung dessen an, was tatsächlich stattgefunden hat.“

Damals, 2015, reagierte Teller auf den Artikel mit den Worten: „Ich finde es weder cool noch unterhaltsam, ein Arsch oder ein Vollidiot zu sein.“ In Cannes sagte er, zwischen seinem Selbstbild und dem, was er auf der Seite las, habe eine deutliche Kluft geklafft. „Ich sagte meinem Team: ‚Leute, ich glaube, ich mache das nicht noch mal, denn ich lese das hier und das klingt nicht nach mir’“, erklärte er. „Das ist nicht die Realität – warum sollte ich also je Teil von etwas sein wollen, wo die einfach so etwas reinschreiben können?“

Klicks statt Charakter

Teller schrieb die Rahmung der Geschichte dem Klick-Hunger des Magazins zu. „Es ist bedauerlich, dass ein anständiger Mensch zu sein nichts einbringt. Die Leute wollen auf Negativität klicken“, sagte er. „Wenn du abends den Kopf aufs Kissen legst und weißt, wie du wirklich mit Menschen umgehst – das ist das Einzige, was zählt. Dieses Interview von 2015 ist jetzt zwölf Jahre her.“ Vollständig verfolgt fühlt er sich davon trotzdem nicht. „Man kann nicht verstecken, wer man auf einem Set ist“, sagte er und verwies darauf, dass Regisseure, Produzenten, Schauspieler und Crew seinen wahren Charakter kennen.

In den Jahren nach dem Erscheinen des „Esquire“-Porträts hat Teller die Presse nicht vollständig gemieden. Vergangenes Jahr gab er einige Interviews zur Unterstützung von A24s „Eternity“, in dem Elizabeth Olsen und Callum Turner mitspielen. Jetzt ist er auf Promo-Tour für „Paper Tiger“, den James-Gray-Film, in dem er neben Adam Driver und Scarlett Johansson zu sehen ist.