Exklusiv: Wie Ludwig Göransson antike griechische Instrumente für „The Odyssey“ aufspürte
Der Komponist erklärt gemeinsam mit Regisseur Christopher Nolan, wie sie einen authentisch homerischen Score für den Film entwickelten.
Als Regisseur Christopher Nolan sich daran machte, „The Odyssey“ für die große Leinwand zu adaptieren, wollte er nicht nur, dass der Film wie das antike Griechenland aussieht – er sollte auch so klingen. Als er Komponist Ludwig Göransson wegen des Scores für den am 17. Juli startenden Film ansprach, forderte er den Oscar-Gewinner auf, authentische Instrumente aufzutreiben. Ein neues Featurette, das hier seine Premiere feiert, zeigt, wie Göransson mit einer Lyra, einem Aulos und Instrumenten aus Bronze – passend zur Bronzezeit als historischem Rahmen – einen homerischen Score schuf.
„Chris hatte früh erwähnt, dass er sich für den Aulos interessiert“, sagt Göransson in dem Kurzfilm über ein Instrument, das ein wenig wie eine Doppelklarinette aussieht. „Er interessierte sich für die Lyra. Der Aulos war ein altgriechisches Instrument. Er war tausend Jahre lang das beliebteste Rockstar-Instrument überhaupt.“
„Das hier ist eine Nachbildung eines Aulos“, sagt Musiker Callum Armstrong. „Das Original stammt aus dem sechsten oder fünften Jahrhundert vor Christus. Keine der ursprünglichen Rohrblätter hat die Zeit überdauert. Also habe ich mit zwei anderen zusammengearbeitet, und wir haben eine Weile damit verbracht, herauszufinden, wie dieser Teil oben funktioniert hat. Wir mussten jede Menge antike Quellen lesen und versuchen zu rekonstruieren, wie sie das damals gemacht haben.“ Eine weitere Musikerin, Rosa Fragorapti, zeigt außerdem, wie man eine Lyra spielt – auch das mussten sie anhand alter Vasen und anderer Materialien erst herausarbeiten.
Nolans episches Epos
„The Odyssey“ ist Nolans knapp dreistündige Verfilmung von Homers Epos, in dem der Held Odysseus nach den Trojanischen Kriegen den Weg nach Hause antritt und dabei mythischen Wesen wie dem Zyklopen, Sirenen und der geheimnisvollen Kalypso begegnet. Matt Damon spielt Odysseus; zum restlichen Ensemble gehören Anne Hathaway, Tom Holland, Robert Pattinson, Lupita Nyong’o, Zendaya, Charlize Theron und Elliot Page, unter anderem.
Der Film ist bereits die dritte Zusammenarbeit zwischen Göransson und Nolan nach „Oppenheimer“ (2023) und „Tenet“ (2020). Für „Oppenheimer“ gewann Göransson einen Oscar – ebenso wie für seine Arbeit an „Black Panther“ und „Sinners“.
„Ich glaube, Chris hat eine Art, einen beim Zuschauen in seinen Bann zu ziehen“, sagt Göransson in dem Featurette. „Die Musik ist definitiv eine ganz, ganz eigene Welt. Und ich hoffe, dass die Menschen daran teilhaben und sich vollständig in diese Welt fallen lassen können.“