Keith Richards: Die Rolling Stones werden vielleicht nie wieder touren
„Ich weiß nicht, ob Tourneen noch möglich sind“, sagt Richards – und bringt stattdessen Residencies ins Spiel.
Keith Richards ist nicht sicher, ob er noch für künftige Rolling-Stones-Tourneen bereit ist – doch das bedeutet nicht, dass die Band nie wieder live spielen wird. Mit dem neuen Album „Foreign Tongues“, das am 10. Juli erscheint, brachte der Stones-Gitarrist in einem neuen Interview mit dem Magazin „Uncut“ die Idee von Residencies ins Gespräch.
„Ich weiß nicht, ob Tourneen noch möglich sind“, sagte Richards, 82, dem Magazin. „Es ist das Reisen, das einen auszehrt. Aber ich sehe durchaus die Möglichkeit, dass wir irgendwo eine Residency machen. Wo auch immer – London, New York, Paris, egal. Ich spiele auch in Rom! Ich sehe keinen Grund, warum man nicht ein paar Shows in einem neuen Format auf die Beine stellen könnte.“
Ist Richards noch begeistert von den Stones? „Ja, es bleibt aufregend, bis irgendetwas in mir sagt: ‚Das war’s’“, sagte er. „Ich arbeite gern mit den Jungs. Was soll ich denn sonst machen?“
Jagger will zurück auf die Bühne
Zuletzt waren die Stones 2024 auf Tour, mit nordamerikanischen Konzerten im Rahmen von „Hackney Diamonds“. Im Mai erklärte Richards gegenüber der „Associated Press“, die Band könne „nächstes Jahr reden“ über eine Rückkehr auf die Straße. Ende 2025, nachdem zunächst das britische Boulevardblatt „The Sun“ berichtet hatte, Richards wolle sich nicht auf eine Stadiontournee durch Großbritannien und Europa festlegen, bestätigte ein Sprecher, dass diese Pläne auf Eis gelegt worden seien.
Mick Jagger ist da deutlich eifriger. „Ich würde es absolut lieben“, sagte Jagger kürzlich bei „Sunday Today“, „und ich hoffe, es so bald wie möglich zu tun.“
Unterdessen wagen sich die Stones ins Podcast-Format – gewissermaßen. Eine sechsteilige Serie über die Entstehung ihres neuen Albums, „Speaking in Tongues“ (nicht zu verwechseln mit dem Talking-Heads-Album), startet am 25. Juni, mit neuen Folgen im Wochentakt. Norah Jones übernimmt die Moderation, und die Serie basiert auf neuen Interviews mit Jagger, Richards und Ronnie Wood sowie auf Studio-Outtakes und unveröffentlichten Songs aus den Aufnahmesessions. Auch Produzent Andrew Watt, Robert Smith von The Cure, Steve Winwood und Cover-Künstler Nathaniel Mary Quinn sind dabei.
Aufnahmen in vier Wochen
Die Stones haben „Foreign Tongues“ in weniger als einem Monat in den Metropolis Studios im Westen Londons aufgenommen, einem ehemaligen Kraftwerk. „Es waren ein paar sehr intensive Wochen“, sagte Jagger in einer Erklärung zur Albumankündigung und ergänzte, der kleine Live-Raum habe dazu beigetragen, dass die Musiker sich gegenseitig angestachelt hätten. Wood zufolge hatte die Band viele Tracks bereits beim ersten Take im Kasten. Das Album enthält eine Aufnahme des verstorbenen Schlagzeugers Charlie Watts aus einer seiner letzten Studiosessions. Einige Songs auf „Hackney Diamonds“ stammen aus denselben Aufnahmedaten.
„Foreign Tongues“ umfasst 14 Tracks mit Gastauftritten von Paul McCartney, Winwood, Robert Smith und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers sowie den langjährigen Stones-Mitstreitern Darryl Jones, Matt Clifford und Steve Jordan. Das Album enthält außerdem eine Coverversion von Amy Winehouses „You Know I’m No Good“.
Die Band begann die Albumpromotion im April mit der Veröffentlichung von „Rough and Twisted“ als limitierte Vinylsingle unter dem Namen The Cockroaches. Im Mai folgte „In the Stars“ mit einem Video, in dem die Schauspielerin Odessa A’zion zu sehen ist und digital verjüngtes Archivmaterial der Band verwendet wurde. Eine dritte Single, „Jealous Lover“, erscheint am 26. Juni.