WEIRD & EERIE

„Folksongs From The WWW“

FITC/BERTUS/ZEBRALUTION (VÖ: 03.07.2026)

Andreas Spechtl und Kollegen 
im Labyrinth der Gegenwart

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Ein seltsames und gespenstisches Album hat Andreas Spechtl mit seiner neuen Band Weird & Eerie da aufgenommen. Manches klingt wie aus dem Gottesdienst einer digitalen Kirche der Angst. Die Texte sind auf Englisch, die Musik hat mit den Bob-Dylan-meets-Diskursrock-Songs von Ja, Panik wenig gemein. Eher pfeift hier der kalte Wind der neuen Gegenwart, die selten so treffend beschrieben wurde wie in den Texten des 2017 durch Suizid verstorbenen britischen Theoretikers Mark Fisher. Der Bandname bezieht sich auf Fi- shers letztes Buch, „The Weird And The Eerie“ („Das Seltsame und das Gespenstische“). Neben der Jazz-Schlagzeugerin Katharina Ernst und der Keyboarderin Annea Lounatvuori gehört auch Thomas Köck zur vierköpfigen Band. 2024 war der Dramatiker in Weimar verantwortlich für die Theater-Installation „The Weird & The Eerie“, bei der die Band erstmals in Erscheinung trat.

„Folksongs From The WWW“ leidet unter der Last der vielen großen Themen, die Spechtls Texte nicht so recht in den Griff bekommen. Meist klingen sie rätselhaft und raunend, mit starkem Wiener Akzent. Es geht um einen „Soundtrack zur digitalen Hauntology“. Die Erkenntnis, dass Begriffe wie „unheimlich“ noch am besten taugen, um eine dystopische Welt unter Google, Microsoft und OpenAI zu beschreiben. „In a world with no outside, look at me, even angst died“, heißt es in „Please Be As Human As Possible“.

Zugegeben, es ist schwer, solche komplexen Gegenwartsanalysen in ein paar Songzeilen zu packen. Deshalb ist es schade, dass auch die musikalische Umsetzung selten einen Sog entwickelt. Prog- Elemente, expressiv jazzige Ausbrüche und kurze Rock-Passagen treffen zu oft auf düstere digitale Stimmungen, die man von Burial oder The Caretaker schon überzeugender gehört hat.