Geburtshilfe: Artful Dodger und der 2STEP

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

The party is officially on. Brothers and sistas – get your tape decks ready.“ In bester „Vibe Controller“-Tradition wird die tanzwillige Menge in Stimmung gebracht, und dann setzt der Beat ein. 2step rules! Mit ihrem charakteristischen „bumm tschk“ wirken 2step-Tracks wie schneller abgespielte Dub-Instrumentals. Die Drum-Sounds werden gefiltert, hodigepitcht und komprimiert. Die Bässe sind fett und pumpend. Die Bassdrum kickt auf den Taktbeginn, Snare oder Claps folgen in den Offbeats – et voila – der Beat hüpft und federt, dass es eine Wonne ist. Dazu kommen diese eigenartigen, soulgetränkten Gesangsspuren, die im Sampler zerlegt, bearbeitet und quasi als Remix eingefligt werden – ein Effekt mit hohem Wiedererkennungswert.

Entstanden ist 2step im Verlauf der letzten fünfjahren als organische Entwicklung unter dem Einfluss verschiedener Dancefloor-Stilrichtungen. Mittlerweile scheint die raffinierte Mischung dafür prädestiniert, einen festen Platz zwischen House und Drum & Bass einzunehmen. 2step-Tunes sind nicht so komplex und polyrhythmisch wie etwa Jungle, sondern eingängig und tanzbar genug, um bei einer breiten Hörer- und Tänzergemeinde Zustimmung zu finden.

Der modernste der modernen Sounds wird von nun an auf zwei Ebenen funktionieren: Einerseits als experimentelle Stilrichtung in der DJ-Underground-Szene, zu der in Deutschland Gush Collective und Berry Black, in England etwa Artful Dodger (Foto) zählen. Und andererseits als Pop-Variante, wie man es jetzt bei Craig David oder MJ Cole hören kann. Letzterer hat gerade „Sincere“ veröffentlicht – ein Debütalbum voll prickelnd melodischer Times.

Die Rolling Stones sind zurück! Alles über ihr neues Album „Foreign Tongues“, Ron Woods Privatarchiv und die Großtaten ihres Produzenten Andrew Watt im neuen ROLLING STONE (Ausgabe 08/26), ab 26. Juni im Handel: Hier bestellen!