Adidas trennt sich nach Antisemitismus-Vorwürfen von Kanye West


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Adidas beendet die Zusammenarbeit mit Kanye West. „Die jüngsten Äußerungen und Handlungen von Ye sind inakzeptabel, hasserfüllt und gefährlich“, teilte der Sportartikelhersteller mit. Zuvor hatte unter anderem der Zentralrat der Juden Adidas aufgefordert, aufgrund von antisemitischen Äußerungen nicht mehr mit dem Rapper zusammenzuarbeiten, der aktuell unter dem Namen Ye auftritt.

„Adidas duldet keinen Antisemitismus und keine andere Art von Hassrede“, hieß es in der Mitteilung. Nach eingehender Prüfung habe das Unternehmen entschieden, die Partnerschaft mit sofortiger Wirkung zu beenden und die Produktion von Produkten der gemeinsamen Mode- und Schuhmarke Yeezy einzustellen.

Zuvor hatte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, Adidas aufgefordert, die Geschäftsbeziehung zu beenden. „Die täglich neuen antisemitischen Entgleisungen des Rappers sind für die Jüdinnen und Juden in Deutschland und in aller Welt unerträglich“, sagte Schuster. „Als deutsches Unternehmen erwarte ich schlichtweg von Adidas eine klare Haltung, wenn es um Antisemitismus geht.“

Am 8. Oktober hatte West in einem seitdem gelöschten Tweet geschrieben, er würde in „death con 3“ gegenüber Juden gehen. Der amerikanische Militärbegriff „defcon“ steht für erhöhte Bereitschaft. Weiter schrieb West, er könne „gar nicht antisemitisch sein, weil Schwarze Menschen eigentlich Juden sind“. Er fügte hinzu: „Außerdem habt ihr lange genug mit mir gespielt und versucht jeden, der sich eurer Agenda widersetzt, fertig zu machen.“ Nach massiver Kritik entschuldigte sich West in einem Interview dafür, Menschen verletzt zu haben. Im gleichen Interview sagte er aber zuvor, die Tweets täten ihm nicht leid.