Nach Offenem Brief: Adidas will Vorwürfe gegen Kanye West untersuchen


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Adidas will die Vorwürfe über mutmaßliches toxisches Verhalten des Rappers Kanye West gegen Mitarbeitende des Sportartikelherstellers untersuchen. West, der mit Adidas für die gemeinsame Marke Yeezy zusammenarbeitete, soll Mitarbeitenden unter anderem Pornos gezeigt haben. Diese hatten das in einem anonymen Brief öffentlich gemacht.

„Es ist bisher unklar, ob die Vorwürfe in dem anonymen Brief wahr sind“, teilte das Unternehmen gegenüber dem US-amerikanischen ROLLING STONE mit. „Jedoch nehmen wir diese Beschuldigungen sehr ernst.“ Deshalb habe man sich entschieden, sofort eine unabhängige Untersuchung zu beginnen. Schon im Oktober hatte Adidas die Zusammenarbeit mit West wegen dessen antisemitischer Äußerungen beendet.

Bereits im Oktober hatte West selbst ein Video auf seinem YouTube-Kanal hochgeladen, indem man sieht, wie er zwei Adidas-Vorstandsmitgliedern einen Porno zeigt. Am 22. November schrieben mehrere ehemalige Adidas-Mitarbeiter*innen in einem Offenen Brief, den der US-ROLLING STONE veröffentlichte, wie es gewesen sein soll, für West zu arbeiten.  So habe er ein „toxisches und chaotisches“ Umfeld kreiert, in dem Pornos eine zentrale Rolle gespielt hätten.

Auch Nackt-Bilder seiner damaligen Frau Kim Kardashian soll er gezeigt haben, hieß es in dem Brief mit dem Titel „Die Wahrheit über Yeezy: Ein Aufruf an die Leitung von Adidas“. Auch in Meetings soll er Pornos gezeigt haben, mit der Begründung, er brauche das, um sich zu konzentrieren. Insgesamt soll der Arbeitsalltag aus „vielen Formen des Missbrauchs“ bestanden haben. Dem Adidas-Vorstand warfen sie vor, das Verhalten toleriert zu haben.

Laut der „Financial Times“ geschieht die Untersuchung auch auf Druck von Union Investment, einem der Top-20-Shareholder an Adidas. Die deutsche Investmentgesellschaft habe nach dem ROLLING-STONE-Artikel Adidas kontaktiert, um mehr Informationen zu bekommen. „Adidas muss offenlegen, wann das Management und der Aufsichtsrat zum ersten Mal über die internen Vorwürfe informiert wurde“, sagte eine Vertreterin von Union Investments der Zeitung.