Alfred Biolek ist tot


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Alfred Biolek ist tot. Er sei in seiner Kölner Wohnung friedlich eingeschlafen, so sein Adoptivsohn Scott Biolek-Ritchie gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Biolek hatte seit längerem mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er wurde 87 Jahre alt.

Der am 10. Juli 1934 in Freistadt (Tschechoslowakei) geborene Alfred Biolek ist untrennbar verbunden mit dem WDR (für den er erst als Jurist arbeitete und später „Monty Python“ nach Deutschland holte) und seinen Talk- und Kochshows, die es ohne ihn in der Form nicht geben würde.

Mit Rudi Carrell entwickelte Bioelk die Samstagabendshow „Am laufenden Band“, er moderierte den „Kölner Treff“ und wurde ab 1978 mit „Bio‘s Bahnhof“ zu einem der bekanntesten TV-Gesichter.

Alfred Biolek liebte Begegnungen mit Menschen

In der Folge widmete er sich jahrzehntelang der Begegnung mit bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten. In „alfredissimo“ ließ er viele Prominente kochen und genoss es, mit ihnen gemeinsam Wein zu trinken.

Eine persönliche Bedeutung hatte die Konfrontation mit Filmemacher Rosa von Praunheim, der ihn 1991 vor laufender Kamera als homosexuell outete.

2007 entschied sich Biolek, seine Fernsehpräsenz zu beenden. „Meine Zeit ist jetzt zu Ende“, sagte er damals. In den Jahren danach war der Moderator dennoch pausenlos unterwegs, kochte auf Kreuzfahrtschiffen oder brachte seine Talkshow auf die Bühne. 2010 erlitt er nach einem schweren Sturz eine Schädelverletzung und zog sich auch weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück.

Biolek sagte einmal, dass sein Leben eine „Mischung aus Genuss und Disziplin“ gewesen sei. Er wird als einer der letzten großen Fernsehunterhalter in die Geschichte eingehen.