Am Anfang war der Blues

Vertrauen statt Kontrolle: KL BURNSIDE lässt mit seinen Songs experimentieren

Es gibt die, die den Blues haben. Die, die ihn spielen. Und die, die über ihn sprechen wollen. RJL Burnside hat den Blues schon ewig und spielt ihn doch wie kein anderer – spätestens seitdem der 73-jährige Musiker aus Oxford, Mississippi an der Seite von Jon Spencer mit dem Album ^4ss Pocket OfJVhiskey“ zum „unlikely hero of the indie-rock world“ (so das PR-Info) aufstieg und Produzent Tom Rothrock (Beck) den rauen Country-Blues ’98 auf „Come On In“ in den Electronica-Orbit katapultierte.

Wer darüber mit Mister Burnside sprechen möchte, zumal am Telefon, kann aber schon den Blues kriegen. Vermutlich ist er einfach schon zu alt, um sich über gewisse Dinge noch groß zu echauffieren. Vertrauen kommt jedenfalls bei ihm vor Kontrolle. Arrangements? „Ich bin für die Vocals zuständig, dann machen sie was draus. Worked good in the Studio.“

Viele junge Burschen kommen inzwischen zu Rl. Burnside, weil sie wieder den Blues lernen wollen. „Klar, ’ne Weile war Rock’n’Roll und Rap angesagt.Jetzt wird ihnen klar, dass der Blues der Anfang ist Deshalb versuchen alle, wieder damit anzufangen.“ Stimmt es, dass er nicht viel hält vom meisten Blues, den es da draußen derzeit gibt? „Yeah, that’s right That’s about right.“ Zuviele Klischees? JDas auch. Zuviel Rhythmus vor allem. Ich mag den Blues am liebsten ganz down-toearth. Könnte er sich vorstellen, seine Shows auch mit einem DJ zu bestreiten? „Nee. Is‘ nur was fürs Studio. Wird sonst zu kompliziert auf der Bühne.“

Gab es Unerwartetes für ihn auf dem neuen Album „tVish I Was In Heaven Sitting Dornt „? „Nach, Come On /«’konnte mich nichts mehr schocken.“ Und der Titelsong? Immerhin eine Gospel-Nummei: Jch fingja mit Gospel an. Für mich war das nie getrennt, Blues und GospeL Bin ja nich‘ AI Green.“ Es rumpelt im Hörer. Dass muss ein Lachen sein.

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