Amber Heard: Geht sie in die Berufung?


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Die Bilder, die nach der Urteilsverkündung im Prozess zwischen Johnny Depp und Amber Heard um die Welt gingen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Hier der (vorerst) siegreiche Johnny Depp, der mit seinen Musikerkumpels um Gitarrenlegende Jeff Beck in einem Pub im nordenglischen Newcastle ein frisch gepumptes Ale zischt. Im Gerichtssaal in Fairfax/Virginia dagegen eine wie versteinert wirkende Heard, passend zur Atmo in Schwarz.

Übereinstimmend berichten US-Medien nun, dass Amber Heard aus vielerlei Erwägungen das Urteil anfechten wird. Vielmehr anfechten MUSS, um ihre Rest-Karriere noch einmal ohne den Malus einer „Lügenhexe“ fortsetzen zu können.

„Ich denke, es ist fast unvermeidlich, dass Amber Heard gegen dieses Urteil Berufung einlegen muss“, sagt etwa der britische Fachanwalt Mark Stephens der australischen News-Plattform ABC. Nicht nur er sieht „rechtliche Fehler“ in der Prozessführung in Fairfax.

Das gewöhnlich gut informierte US-Fachblatt „Entertainment Weekly“ will dazu schon mehr erfahren haben. „Die Aquaman-Darstellerin will gegen das Urteil in der Verleumdungsklage ihres Ex-Mannes Berufung einlegen.“

Ihre Stellungnahme beendet Amber Heard mit einer von Bitterkeit geprägten Suada, während im Hintergrund bereits fieberhaft an einer möglichen Neuauflage gebastelt wird. „Ich bin traurig, dass ich diesen Fall verloren habe. Aber ich bin noch trauriger, dass ich anscheinend ein Recht verloren habe, von dem ich dachte, dass ich es als Amerikanerin habe: Frei und offen zu sprechen“.

In der Kommentarzeile schreibt dazu ein Mensch namens Grumpy Highlander: „Wenn ich sie wäre, würde ich die Sache einfach sausen lassen. Das Leben geht weiter. Sie hat sich unterirdisch schlecht präsentiert. Fast alle präsentierten Beweise haben Depps Aussage, dass sie Täterin war, eher unterstützt. Ich habe im Internet zu viele Dinge darüber gelesen, dass dies ein Rückschlag für die Frauen ist. Es ist stattdessen nur ein Rückschlag für diejenigen, die die Wahrheit verdrehen und schlichtweg lügen wollen!“

Eine Meinung, die nicht nur in den USA von vielen geteilt wird. Für Heards Anwaltsteam kommt nicht nur deshalb eine Herkules-Aufgabe zu. Die Juristen müssen nun aus der Urteilsbegründung so viel Nektar zu saugen, dass eine Wiederaufnahme plausibel und vor allem „gewinnbar“ erscheint. Von den neuerlichen Kosten dieses Marathons, die da auf Heard erst einmal zukommen, ganz zu schweigen.