Andrang bei Rock am Ring: Hätte Limp Bizkit später spielen sollen?

Am Freitag spielten bei Rock am Ring zwei Publikumslieblinge kurz nacheinander.

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90.000 Menschen tummelten sich am Freitagabend (05.06.) auf dem Festivalgelände des ausverkauften Rock am Ring. Und das bekamen die Besucher besonders beim Freitags-Headliner Linkin Park zu spüren. Ein Großteil der Besucher wollte sich die Show nicht entgehen lassen, aber ebenfalls im Anschluss Limp Bizkit auf der gegenüberliegenden Mandora Stage sehen. Die Folge: Nach den letzten Tönen wanderte die Menge los – sofern sie vorankam.

Rock-am-Ring-Besucher schildern ihre Erfahrungen

Im Vorfeld wurde bereits die Spielzeit von Limp Bizkit auf ein Uhr verschoben – so blieb den Zuschauern immerhin eine halbe Stunde Zeit, um von Utopia auf Mandora zu wechseln. Wie in Rock-am-Ring-Gruppen auf Facebook zu lesen ist, gelang dies vielen, die Linkin Park in weiser Voraussicht etwas früher verließen, auch problemlos. Auch jene, die sich mit einem Platz im hinteren Bereich begnügt hatten, erzählten ROLLING STONE, dass sie sich einfach vor der Mandora Stage einfinden konnten. Ihnen entging demnach, was andere Festivalbesucher im Nachgang schildern und auch kritisieren. Wer bei Linkin Park weit vorn stand, berichtete davon, dass es zum Teil zu brenzligen Situationen gekommen sei, in denen nichts mehr vor oder zurück ging.

Ein Facebook-User schreibt: „Gestern kam es nach Linkin Park zu einer absoluten Blockade eines Fluchtweges. Die einen wollten von Linkin Park zur Bühne schauend links aus A, B und C zu Limp Bizkit, die anderen zu ihren Park- und Campingplätzen Richtung Mühlenbachschleife. Hier wäre eine trennende Wegführung nötig, damit es zumindest fließt.“

Eine Facebook-Userin erwähnt noch einen weiteren wichtigen Punkt, wenn Toiletten auf Open-Air-Events nur mit großer Mühe erreichbar sind: „Konsequenz ist, dass Frauen oft zu wenig bis nichts trinken. Dann das Überfüllungsproblem, Schieberei, Enge – und Zack da ist eine Ohnmacht oder die Tendenz zu Panik.“

Security-Anweisungen beachten

We Came As Romans
We Came As Romans

Es halten aber auch User mit folgender Erfahrung dagegen: „Wegführung hin oder her. Wir hatten keine Probleme. Standen bei LP in B auf der Seite vom Boxengebäude. Sind nach dem Konzert durchs Gebäude. Dort standen Ordner, die über Handzeichen deutlich signalisierten, dass man über die Treppe auf die Start- und Zielgerade soll. Dies wurde von vielen Besuchern missachtet. Später haben sie die Wege zur Orbit und Mandora auch klar getrennt. Dort ist alles super gelaufen. Klar läuft nicht alles perfekt, aber viele Besucher missachten halt auch so manch Hinweis, dann kann es nicht funktionieren.“

War der Andrang zu groß?

ROLLING STONE ist vor Ort und hat sich am Freitag ein Bild von der Situation gemacht. Positiv ist, dass die Security an mehreren strategischen Punkten mit Flatterband arbeitet, um die Besucherströme zu lenken. Bei rund 90.000 Gästen braucht es auf den zentralen Wegen dennoch Geduld: Zwischen den Konzerten geht es häufig nur langsam voran, an manchen Stellen stehen die Menschen dicht gedrängt und bewegen sich in kleinen Schritten weiter. Notwendige Wege zu Toiletten oder Essensständen sollten entsprechend gut geplant werden.

Dass zwischen Linkin Park auf der Utopia Stage und Limp Bizkit auf der Mandora Stage viele Besucher gleichzeitig unterwegs sind, war absehbar. Die verlängerte Umbaupause entzerrte den Wechsel zwar, vollständig auflösen konnte sie den Andrang aber nicht. Eine noch spätere Startzeit von Limp Bizkit hätte die Situation daher womöglich weiter entspannen können.

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Dieter Jakob

Kristina Baum schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.