Eddie Van Halen hielt Fred Durst eine Pistole an den Kopf


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Aus dem ROLLING-STONE-Archiv 20. April 2020

Eddie Van Halen ist tot. Aus diesem Anlass: Eine Anekdote aus dem Leben des Ausnahmegitarristen.

Eddie Van Halen und Fred Durst haben in den frühen 2000er Jahren offenbar ein ziemlich schlechtes Verhältnis zueinander gehabt. Tatsächlich soll der Van-Halen-Gitarrist so wenig von dem Limp-Bizkit-Sänger gehalten haben, dass er ihn einst sogar mit einer Waffe vor dessen Hautür bedroht haben soll.

Beschrieben wird dieser Vorfall in Andrew Bennetts neu veröffentlichtem Bildband „Eruption in the Canyon: 212 Days & Nights With the Genius of Eddie Van Halen“, der seine gemeinsame Zeit mit Van Halen dokumentiert. Bennett hatte den Großteil von 2004 bis 2006 damit verbracht, Film- und Fotomaterial für eine geplanten Dokumentarfilm über die Band zu sammeln. Dieser wurde allerdings nie fertiggestellt, da Van Halen mit dem gesammelten Material unzufrieden war, was in weiterer Folge zu einem Rechtsstreit zwischen Bennett und der Band über die Verteilung des Materials führte.

Van Halen über Limp Bizkit: „Wie die Kindergartenkinder“

Limp Bizkit

Dem Buch zu Folge soll sich der Vorfall zwischen Van Halen und Durst im Jahr 2001 zugetragen haben. Damals war der Sänger dem Gitarristen auf einer Party vorgestellt worden, kurz nachdem Limp-Bizkit-Gitarrist Wes Bordland aus der Band ausgestiegen war. Als ein Musikmanager den beiden vorschlug, dass sie zusammen arbeiten sollten, meinte Durst: „Das wäre urkomisch. Der beste Gitarrist aller Zeiten spielt mit der schlechtesten Band aller Zeiten“. Van Halen würde sich zwar auf die spontane Jam-Session mit Limp Bizkit einlassen – sollte diese Entscheidung allerdings schnell bereuen. „Wie ein Gelehrter unter Kindergartenkindern“ soll sich der damals 46-Jährige unter den eingerauchten Kollegen vorgekommen sein.

Verärgert verließ Van Halen frühzeitig Dursts Haus in Beverly Hills und ließ damit auch seine Ausrüstung zurück. Als er diese am nächsten Tag holen wollte, sollt die Situation zwischen den beiden komplett eskaliert sein. Nachdem Durst den ganzen Tag lang nicht auf seine Anrufe reagierte, sprang der Gitarrist dem Buch zufolge in ein Militärfahrzeug, das er bei einer Militärauktion ersteigert hatte und fuhr zu dessen Haus. Anscheinend hatte Van Halen Angst, seine Instrumente nie mehr wiederzusehen. Er soll eine Pistole dabei gehabt haben.

Bennett zitiert Van Halen bei seiner Konfrontation mit Fred Durst: „Das Arschloch ging an die Tür. Ich richtete meine Waffe auf seinen blöde rote Kappe und sagte: ‚Wo ist mein Scheiß, Arschloch? Dieser Scheißkerl drehte sich zu einem seiner Mitarbeiter um und fing an, ihn anzuschreien, er solle meinen Scheiß packen’“. Eddie van Halen hätte die Waffe durchgehend auf Dursts Kopf gerichtet, bis all seine Verstärker und Gitarren in das Fahrzeug eingeladen waren.