„Angles“ von The Strokes komplett im Stream!


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Ab heute müssen die Strokes mit ihrem neuen Album „Angles“ beweisen, ob sie immer noch etwas in der Rockwelt zu melden haben, die sie 2001 mit ihrem Debüt „Is This It“ revolutioniert haben. An dieser Stelle möchten wir auch noch einmal ausdrücklich auf das Magazin unserer Büronachbarn verweisen: Auf der neuen Ausgabe des MUSIKEXPRESS gibt es eine Original 7″ Vinyl Limited Collectors Edition der Single „Under Cover of Darkness“ mit der B-Seite „You’re So Right“. Alle Infos gibt es hier.

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Und hier noch einmal den Bericht unseres US-Kollegen David Fricke, der die Band frühzeitig im Studio besuchen konnte.

Zehn Songs sind es insgesamt am Ende geworden, die unter dem Namen „Angles“ am 18. März veröffentlicht werden. Das besondere an ihnen sei, dass sie diesmal als reines Teamwork entstanden seien. Ein Novum in der Bandgeschichte, wie Albert Hammond Jr. unserem US-Kollegen David Fricke gestand. Nick Valensi beschrieb es so: „Die Vision war eine gemeinsame – wir alle brachten unseren Ideen ein – aber der Ursprung der Songs stammte weiterhin von Julian.“ Und warum das alles so lange gedauert hat? „Es war das erste Mal, dass wir wirklich demokratisch gearbeitet haben“, so Valensi. „Es hat so lange gedauert, weil das ein völlig neues Arbeitsmodell für uns war.“

Ein größeres Problem sei es gewesen, alle fünf Bandmitglieder in einen Raum zu bekommen, so Hammond Junior. Nach der ermüdenden Tour zur „First Impressions On Earth“ hatte sich die Band in zahlreiche Soloprojekte und andere Aktivitäten zersplittert. „Diese Band ist wie ein Kartenhaus – wenn eine Karte fällt, fällt alles“, sagt Valensi ein wenig missmutig, denn immerhin war er der einzige, der keine Solopfade beschritt. „Typischer Rockband-Bullshit halt – all diese Klischees, die eine Gruppe von Menschen dran hindert, etwas spezielles, gemeinsames weiterzuführen.“

Anfang 2009 kam man dann bereits zum ersten Mal in den New Yorker Avatar Studios zusammen, mit dem Vorhaben, das Album dort schnell zum Ende zu bringen. Man filmte gar ein Studiotagebuch, das es nicht über die erste Folge hinaus schaffte. Der Produzent damals war Joe Chiccarelli. Sein Ansatz: „So wenig Schneiden wie möglich.“ Aber dieser Ansatz wollte seltsamerweise nicht so recht funktionieren für die Band, die ja wie kaum eine andere durch ihre locker aus der Hüfte gespielt klingenden Riffs geschätzt wurde. Valensi: „Es war viel zu strikt. Teilweise trieben wir es bis zum 70. Take.“ So entstanden 18 Demos, live eingespielt, von denen es ironischerweise am Ende nur ein Song namens „Life Is Simple“ in der Avatar-Version auf das Album schaffte. Die übrigen neun Songs wurden komplett umgestrickt und in Hammonds eigenem Studio vollendet.

Unser US-Kollege David Fricke durfte dort bereits das Album hören und schickte uns seine Eindrücke: „‚Taken For A Fool‘, ‚Life Is Simple‘ und der Kandidat für die erste Single ‚Undercover Of Darkness‘ sind beruhigende Beweise, dass die Strokes ihren ungezähmten Garage-Feel nicht verloren haben. Aber die stilistische Tiefe und die progressive Neugierde in den sich ständig kreuzenden Gitarrenriffs, die straffen Rhythmen und Casablancas eigentümliches, trockenes Croonen machen ‚Angles‘ zum besten Strokes-Album seit ‚This Is It‘. Die messerscharfen Gitarren in ‚Machu Picchu‘ imitieren erst das Stakkato-Fiepen eines alten Synthesizers, und erheben sich dann über einem zerschossenen HipHop-Beeat zu einer Wand aus Lärm – es klingt als hätten die Strokes hier einen Jay-Z-Track mit ‚Aftermath‘ von den Rolling Stones gekreuzt. ‚Radio Minor Madness‘ kommt sogar noch elektronischer daher und ist durchzogen von miesgelaunten Gitarren und der Stimme Casablancas, die sich in von ihm selten gehörten Höhen verschlägt. ‚Call Me Back‘ wiederum ist eine ergreifende Ballade, die von einer psychedelisch lärmenden Bridge zerfressen wird.“

Bleibt noch die Frage offen, ob man die Strokes nach einem kurzen Gastspiel auf dem letztjährigen Hurricane und Southside auch endlich mal wieder live sehen kann. Hammond Juniors Antwort macht ein wenig Hoffnung: „Wir möchten stark aber behutsam zurückkehren, so dass wir live wachsen können, aber auch noch Zeit haben, neue Alben zu machen.“ Valensi stimmte an dieser Stelle energisch zu: „Ich will nicht wieder fünf Jahre warten. Ich liebe es, in dieser Band zu sein. Ich will, dass die Strokes unsere Karriere sind – diese Band ist es schließlich wert. Für alle von uns.“

Nun, dem stimmen wir ebenso energisch zu.