Animal Collective – „Merriweather Post Pavilion“


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Bringen wir es auf den Punkt: Alles was hier – eigentlich – zu sehen ist, ist eine lilafarbene Fläche mit ein paar, blattartig geformten grünen Tropfen drauf.  Und eben das werden Sie auch mit noch so großer Anstrengung kaum sehen können – egal ob mit zugekniffenen oder weit aufgerissenen Augen. Auch veränderte Lichtverhältnisse oder Blickwinkel nützen nichts – Sie werden zugeben müssen: Das Muster lebt und schlägt leise aber stetig seine Wellen.

Das Artwork von „Merriweather Post Pavilion“ basiert auf den Studien des japanischen Psychologen und Experten für optische Täuschungen Akiyoshi Kitaoka, der mit verschiedenen simplen Spiral- und Flächenmustern bewiesen hat, wie leicht es ist, die menschlichen Sinne zum Narren zu halten – und das ohne Photoshop und Marihuana, wie Animal Collective hinzufügten.

Ein Cover, dem man große Sinnhaftigkeit und Bedeutungsschwere andichten könnte: den Hinweis auf die schmale Grenze zwischen toter und lebender Materie oder das unbegründete Vertrauen in die eigenen Sinne. Man könnte es aber ebenso einfach als psychedelische Spielerei abstempeln.

Animal Collective haben sich bei der Veröffentlichung nicht zu ihrer Intention geäußert. Aber auch ohne die Suche nach großen Bedeutungen: Man kann sich nicht wehren und ertappt sich doch mehrfach beim Versuch, die eigene Sehnerven zu ordnen und ihnen Vernunft einzubläuen.

Für experimentierfreudige übrigens der Tipp: Mit einem Finger lassen sich einzelne Bereiche des Bildes „festhalten“. Aber Vorsicht vor schmierigen Spuren auf dem Bildschirm!

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