Bob Dylan: Zwei Schreibmaschinen-Seiten für über 500.000 Dollar versteigert
Bob Dylans Textentwurf von „Mr. Tambourine Man“ mit Rekordsumme, auch seine Jeansjacke war nicht billig

Sie sind vergilbt, ausgefranzt und durchlöchert: Die beiden maschinengeschriebenen Textblätter aus dem Jahr 1964. Nicht mehr als historisches Altpapier. Gäbe es am Rand nicht diese handschriftlichen Notizen des Musikers Robert Allen Zimmerman aus Duluth, Minnesota. Dieser lebte und arbeite damals bereits als Bob Dylan in New York.
Somit sind es Original-Lyrikblätter, die fast 61 Jahre nach ihrem Entwurf nun für über 500.000 US-Dollar versteigert wurden
Ob das Versteigerungshaus „Julien’s Auctions“ im feinen Beverly Hills den Zeitpunkt mit dem kürzlich in die Kinos gekommenen Film „A Complete Unknown“ (Start in Deutschland: 27. Februar) gekoppelt hat, ist nicht verbrieft.
Jedenfalls gab es zum Tag der Versteigerung noch weitere Dylan-Luxus-Memorabilia im Angebot. Etwa eine E-Gitarre, Marke „Fender Telecaster“ aus dem Jahr 1983 sowie ein signiertes Ölgemälde des Meisters aus dem Jahr 1968. Eine Levi’s-Jeansjacke, die Dylan 1987 in dem Musikfilm „Hearts of Fire“ trug, wechselte für 25.400 Dollar den Besitzer.
Drei maschinengeschriebene Textentwürfe von „Mr. Tambourine Man“
Die besagten Seiten enthalten drei maschinengeschriebene Textentwürfe von „Mr. Tambourine Man“, eigenhändig von Dylan mit Korrekturen und Anmerkungen versehen.
Laut Angaben von „Julien’s Auction“ wurden die Blätter wohl im März 1964 im Haus des Musikjournalisten Al Aronowitz getippt. Aronowitz gilt als „the godfather of rock journalism“, der im gleichen Jahr Bob Dylan auch den Beatles vorstellte. Der aufstrebende Singer/Songwriter verbrachte jene Nacht damit, die Lyrics in die Schreibmaschine von Aronowitz zu hacken.
„Mr. Tambourine Man“ wurde dann 1965 auf dem Album „Bringing It All Back Home“ veröffentlicht. Einen Monat später erreichte der Song in den USA und in Großbritannien in der Coverversion von The Byrds den ersten Platz der Charts. Die erste Dylan-Komposition, die in beiden Hitlisten ganz oben stand.
In seiner Dylan-Story Bob Dylan „The Champ Has No Contenders“ schrieb der Journalist, er habe „einen Papierkorb voller zerknitterter Fehlversuche“ zu dem Song gefunden „Ich nahm die zerknitterten Blätter, glättete sie, las die verrückten Gedankensprünge und musste über die Wendungen lächeln, die es nicht in den Text geschafft hatten. Die Blätter steckte ich dann in einen Aktenordner.“
Sechs Jahrzehnte sind der Ergebnisse einer fiebrigen Nacht nun ein kleines Vermögen wert.