Bob Weir: Die 11 besten Songs

Bob Weirs wichtigste Songs: Ein Überblick über 11 prägende Grateful-Dead-Stücke des Musikers, der das Erbe der Band bewahrte.

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„Black-Throated Wind“

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Der US-amerikanische Blues eines langhaarigen Jungen auf der Straße, der per Anhalter unterwegs ist und sich wie ein Fremder im eigenen Land fühlt. Weir singt davon, wie er nachts bei Kälte am Highway steht, den Daumen rausgestreckt, nachdem er eine zerbrochene Romanze in St. Louis hinter sich gelassen hat. Seine einzige Gesellschaft sind die Scheinwerfer der Autos, Lastwagen und Busse, die vorbeifahren, ohne anzuhalten.

„Black-Throated Wind“ war ein Höhepunkt seines Solo-Debüts „Ace“ von 1972, mit einer typisch sperrigen Weir-Melodie und einer Geschichte, die von John Perry Barlows Erlebnissen auf einem Roadtrip durch den Süden inspiriert war. Die Dead spielten den Song 1972 ständig, gaben ihn nach 1974 auf, belebten ihn jedoch 1990 mit stark überarbeiteten Texten wieder. Nie klang er windiger oder einsamer als in der definitiven Version vom 27. August 1972 in Veneta, Oregon, bei 38 Grad Hitze. —Rob Sheffield

„Looks Like Rain“

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Das klagende „Looks Like Rain“, gemeinsam mit Barlow geschrieben, zeigt Weir beim Abschied von einer Geliebten, die ihn frühmorgens verlassen hat. „Run me around and make me hurt again and again“, singt er, „But I’ll still sing you love songs, written in the letters of your name.“

Mit einer countrygefärbten Akkordfolge, die wie eine sanfte Panikattacke hin und her ruckt, während Jerry Garcias Steel-Gitarre um Weirs Stimme klagt und Keith Godchaux’ Klavier himmelwärts schreitet, wurde der Song zu einem emotionalen Höhepunkt für Weir auf Ace. —Kory Grow

„Jack Straw“

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Die wiegende Schönheit dieses Dead-Dauerbrenners täuscht über den Text hinweg, der ihn in die Nähe einer Mordballade rückt: „Jack Straw from Wichita cut his buddy down“, singt Weir. Der Song erschien nie auf einem Studioalbum; anfangs übernahm Weir allein den Leadgesang, begann ihn jedoch bald mit Jerry Garcia zu teilen.

Weir schrieb den Song mit Hunter, nachdem er eine TV-Adaption von „Of Mice and Men“ gesehen hatte. „Hunter hatte diesen Text“, sagte Weir zu Uncut. „Ich griff ihn auf, und wir entwarfen eine kleine Skizze von Heartland-Americana, eine Ballade über zwei Taugenichtse.“ —B.H.

„Cassidy“

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Zu den bekanntesten Gitarrenmelodien der Dead gehört das Intro von „Cassidy“, einem Song, den Weir mit John Barlow schrieb und der Anfang der Siebzigerjahre debütierte. Als Referenz sowohl an den Tod von Neal Cassady, einer zentralen Figur der Beat-Generation, als auch an Geburt gedacht, verbindet der Song reflektierende, spirituelle Texte – „Flight of the seabirds / Scattered like lost words“ – mit einem hellen, erhebenden Groove.

„Cassidy“ war ein fester Bestandteil von Weirs Setlists in Nebenprojekten wie RatDog und Dead & Company. Sein hymnischer Charakter machte den Song zu einem generationsübergreifenden Fanliebling. Seine letzte Botschaft wirkt heute relevanter denn je: „Fare thee well now / Let your life proceed by its own design / Nothing to tell now / Let the words be yours, I’m done with mine.“ —Shirley Halperin

„Estimated Prophet“

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„My time coming any day“, knurrt Weir in diesem apokalyptischen Reggae-Stomp, den er mit Barlow schrieb. Garcias blubbernder Envelope-Filter-Gitarreneffekt ließ dieses Terrapin Station-Juwel noch härter grooven – ein perfekter Bestandteil jeder Setlist, wann immer er gespielt wurde.

Die Konzerte der Dead von 1977 sind aus gutem Grund legendär, und „Estimated Prophet“ ist ein essenzieller Teil davon, von der Cornell University bis zum Winterland in San Francisco. Und wenn Weir im Refrain „Californiaaaaa!“ singt, bleibt nur noch pure Euphorie. —Angie Martoccio

„Hell in a Bucket“

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„I may be goin’ to hell in a bucket, babe“, singt Weir in dieser ausgelassenen Single aus „In the Dark“ von 1987, „but at least I’m enjoyin’ the ride.“ Der Song besitzt eine lockere, kreisende Akkordfolge, maßgeschneidert für bluesige Jam-Soli.

John Barlows Texte, alles andere als progressiv, führten zu einem skurrilen Video: Weir wälzt sich in zebra-gemusterten Laken, streitet mit einer Frau, die er mit einem Biker verkuppeln will, und fährt in einer anderen Szene auf dem Rücksitz eines Cabriolets mit Champagnerglas und einer Gans mit Halsband. Weir genoss die Fahrt – und der Song wurde zu einem festen Bestandteil der Setlists. —Kory Grow