Brian Epstein, „der fünfte Beatle“, wird zum Comic-Charakter


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Wem gebührt der Ehrentitel „fünfter Beatle“ wirklich? George Martin? Derek Taylor? Neil Aspinall? Brian Epstein? Diskutieren kann man das lange und leidenschaftlich. Paul McCartney ist sich der Sache jedoch gewiss: Brian Epstein soll es sein. Entdecker der Fab Four, Mann im Hintergrund und des Vertrauens, Fels in der Brandung der Erfolgsgeschichte.

Eben dieser Brian Epstein, der zu Lebzeiten als Außenseiter galt, rückt jetzt ins Scheinwerferlicht und bekommt seine Titelstory. In einem Comic. Die Geschichte des Unternehmers wird von Vivek J. Tiwary, Mitschaffer des Green Day Musicals zu „American Idiot“, im Comic „Fifth Beatle“ erzählt und nächstes Jahr veröffentlicht. Andrew Robinson and Kyle Baker werden den Comic illustrieren.

Enthüllt wurde das Projekt von Tiwary auf einer dieser ominösen Comic-Cons, wie das wohl im Fachterminus heißen muss. In New York natürlich (wo auch sonst ist Platz für derlei Dinge?). Der verkündete dann auch, dass gerade ein Film dazu in der Mache sei, mit raren Beatle-Tracks, die noch seltener gespielt wurden, als man vielleicht denkt. Es sei ein Deal mit Sony und ATV so Tiwary.

Doch zurück zur gezeichneten Novelle: Diese zu schreiben, habe sich als äußerst kompliziert herausgestellt, so Tiwary. „Die Geschichte zu erzählen, ist eine Herzenssache für mich,“ das verriet Tiwary auf der Konvention eines Artikels des Wall Street Journals zufolge. Er will mit der Bilder-Biographie einen Blick in den unruhigen Geist Epsteins wagen und dabei nicht oberflächlich sein. Epstein war homosexuell – und das zu einer Zeit, in der das noch strafbar war in Großbritannien – und Jude, als Antisemitismus noch nicht vergessen war (was er bis heute ja leider auch nicht wirklich ist).

Auf der Website, die für das Projekt wirbt, schreibt der Autor über das Projekt: „‚Fifth Beatle‘ zeichnet Brian Epsteins Geschichte auf: Die der Entdeckung der Beatles und die seiner Arbeit, welche sie zu den Stars machte, die sie waren. Es ist eine Story von der Erschaffung ihres infektiösen Images und ihrer Präsentation, angefangen mit ihren Anfangsschwierigkeiten über das Verschaffen eines Plattendeals, als keiner was mit ihnen zu tun haben wollte. Bis zu dem Moment, als er sie erfolgreich auf eine Weltbühne hievte mit einer Größenordnung und einer Reichweite, die zu der Zeit unvorstellbar war, und die mit ‚Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band‘ letztendlich den Beweis lieferte, dass Pop-Musik eine inspirierte Kunstform sein kann.“

Tiwary ist sich sicher: „Brian Epsteins Ausruf: ‚Die Beatles werden größer sein als Elvis‘, erschien 1961 noch absurd, aber hatte 1967 so gar nichts prophetisches mehr, sondern war gar zu bescheiden.“

In dem Jahr starb Epstein auch, an einer Überdosis Schlafpillen. Er schaffte den Aufstieg vom Besitzer eines Musikgeschäfts in Liverpool zum Mann des Vertrauens hinter der größten Band der Welt. Tiwary nannte ihn einen „historischen Mentor“, den er niemals traf und dessen Lebensgeschichte er während der Wirtschaftsschule genau studierte. Brian Epsteins Leben ist „sicherlich eine grandiose Business-Erzählung… aber es war der menschliche Teil von ihr, über den [Tiwary] zu der Zeit nichts wusste und der bei [ihm] Anklang fand.“

Die Geschichte des „ultimativen Außenseiters“ Brian Epsteins sieht sich bald illustriert, dann wird wohl jeder von uns doch mindestens einmal zum Geek und zum Comic greifen.

Hier ein TV-Beitrag zur Präsentation:


THE FIFTH BEATLE INTRODUCED AT COMIC CON, MOVIE…von ArtisanNews