Bruce Springsteen auf der Bühne mit The Gaslight Anthem / Fallon über den Boss

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Bruce Springsteen auf der Bühne mit The Gaslight Anthem / Fallon über den Boss

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Am vergangenen Freitag spielten The Gaslight Anthem ihr Heimspiel in der Convention Hall in Asbury Park in New Jersey – und durften einen prominenten Gast begrüßen. Zum Titelsong ihres letzten Albums „American Slang“ schaute der Boss persönlich vorbei. Bruce Springsteen spielte Gitarre und sang Teile des Songs. Damit wurde er zum Wiederholungstäter: Springsteen hatte die Band schon 2009 bei zwei Shows auf der Bühne besucht (hier das Video dazu anschauen).

Für die Band sind Auftritte dieser Art Fluch und Segen zugleich – denn schon ohne diesen prominenten Fan müssen sie sich ständig als „Bruce Springsteen auf Punk“ oder „Springsteen-Adepten“ beschreiben lassen. Also eher: New Jersey, we have a Springsteen problem? So schlimm auch wieder nicht. Wir fragten bereits bei unserem letzten Interview mit Brian Fallon nach, wie er denn zum Thema Springsteen steht. Hier noch einmal seine Antwort:

„Auf der einen Seite ist es eine riesige Ehre mit Bruce Springsteen verglichen zu werden. Er ist einer der Künstler, mit denen ich aufgewachsen bin. Es wäre schlimmer, wenn man uns mit Leuten vergleicht, die wir nicht mögen – und musikalisch liegt man damit ja auch nicht so daneben. Aber irgendwann wird das auch müßig, und man möchte als eigenständig klingende Band wahrgenommen werden. Das dauert natürlich eine Weile. Bei Springsteen hat man vier Platten lang ja auch gedacht, er wolle Bob Dylan sein.

Man dreht einfach durch, wenn man immer wieder dasselbe gefragt wird. Letztens war da ein Typ aus L.A., der weder Ahnung von Punkrock im Allgemeinen noch von uns im Speziellen hatte. Er begann das Gespräch mit den Worten: ‚You know, that Springsteen thing…‘ Oft merk ich auch, dass die Frage nur kommt, weil der Interviewer ein Springsteen-Fan ist und bloß für sich persönlich wissen will, wie Bruce menschlich so ist. Dann denke ich nur: ‚Hey, das ist nicht dein Job!‘. Aber es treibt mich nicht zu sehr in den Wahnsinn. Es ist immer noch cool, mit ihm verglichen zu werden. Er ist ein Held. Man beschwert sich ja auch nicht, wenn man mit Elvis verglichen wird.

Mit Leuten wie Mike Ness und Bruce Springsteen befreundet zu sein, ist natürlich noch mal eine andere Hausnummer. Bei Bruce würde ich allerdings nicht sagen, dass wir befreundet sind. Ich telefoniere nicht regelmäßig mit ihm oder so, aber ich glaube ich kenne ihn ein wenig. Wenn ich ihn auf der Straße treffen würde, würde er mich sicher erkennen, und wir würden miteinander plaudern. Aber ich hänge nicht bei ihm zuhause ab oder so. Die schlichte Tatsache, dass er mich persönlich kennt und unsere Platten hört, ist allein schon überwältigend.

Mit Social Distortion, mit denen wir ja auch oft verglichen werden, ist das wiederum eine andere Sache. Mit Mike sind wir seit unserer gemeinsamen Tour wirklich befreundet. Bruce ist ein Superstar – da kann ich mich schwer reindenken, wie sich das anfühlen muss. Aber von Mike kann man wirklich lernen. Er ist wie der große Bruder für uns, zu dem wir immer aufgeschaut haben. Er war in den Punk Clubs, er war in den großen Arenen, er hat Springsteen getroffen – er hat alles gesehen. Mit ihm fühlt es sich eher nach Freundschaft an.“

 

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