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The Gaslight Anthem: Neustart in Nashville. Neuer Clip zu „45“

Nun ja: Man kann nicht behaupten, dass der neue Clip von The Gaslight Anthem sonderlich originell geraten ist. Live-Bilder vom Treiben auf und vor der Bühne, Nahaufnahmen der alten Tätowierungen und neuen Bärte – das sieht man in erster Linie im Video zu „45“. Andererseits verriet uns Brian Fallon ja schon im Studio-Interview mit den US-Kollegen , dass es auf „Handwritten“ wieder ein paar Schritte zurück back to the roots geht. Da passt das Besinnen auf Live-Qualitäten ja eigentlich auch ganz gut. Zum neuen Clip gibt’s noch mal unseren Studiobericht.

Hier das neue Video:

Brian Fallon, Sänger und Songschreiber von Gaslight Anthem, sitzt vor einem Mischpult in den Blackbird Studios in Nashville und blättert in einem Notizbuch durch gekritzelte Lyrics für das neue Album „Handwritten“ – dem vierten des Quartetts aus New Jersey. In der Mitte des Buches findet er die Setlist für die Show im vergangenen Dezember, bei der Bruce Springsteen in der Asbury Park Convention Hall auf die Bühne kam. „Diese Show war wie ein großes ‚Bye bye‘! für uns“, sagt Fallon. „Es war ein Abschied von vielen Dingen. Wir fühlten alle: ‚OK, hier steht die Band, die wir waren – aber nun brechen wir auf zu anderen Ufern!'“

Nachdem Gaslight Anthem mit ihrem Springsteen-inspirierten 2008er-Album „The ’59 Sound“ der Durchbruch gelang, spürten sie den Druck, diese Platte noch zu toppen. „Wir dachten: ‚Oh Gott, Bruce Springsteen wird dieses Album kaufen'“, sagt Fallon über den Nachfolger „American Slang“. „Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich dachte, meine Karriere hinge davon ab. Ich war wie gelähmt.“ Bevor sie sich nun „Handwritten“ widmeten, sagte sich Fallon: „So kann es nicht weitergehen!“ Fallon: „Bono hat mal gesagt, dass die Vergangenheit irgendwann zu einem lästigen Anhängsel wird, von dem man sich lösen muss. Wir entschlossen uns, so zu tun, als hätten wir nie zuvor ein Album gemacht – und das hat alles verändert.“

Das neue Album vollendet die Evolution der Band von ihren punk-infizierten Anfängen hin zu einem volleren Sound, der auch Tom Petty und The Byrds anklingen lässt. Im letzten Jahr kappte Brian Fallon seine Internet-Verbindung, verkroch sich in seinem Haus in New Jersey, vertiefte sich in „schräger“ Poesie von T.S. Eliot und verewigte seine bisher persönlichsten Lyrics in dem Notizbuch, durch das er nun blättert. „Es gibt diesmal keine erfundenen Charaktere oder Bilder aus vergangenen Zeiten“, sagt er. „Ich wollte etwas persönliches, direktes schreiben.“

Als die Bandkollegen das neue Material in Jersey grob vertont hatten, zogen sie gemeinsam nach Nashville in ein gemietetes Haus mit Fotos von Faith Hill und Tim McGraw an den Wänden. „Wir kannten dort niemanden. Es waren nur wir und unsere Songs.“ Innerhalb von nur einem Monat rauschten sie mit Produzent Brendan O’Brien durch ein Dutzend neuer Songs. O’Brien wollten sie unbedingt, weil sie ihn für seine Arbeit mit Pearl Jam und Rage Against The Machine sehr schätzen. „Ich dachte, wir können ihn niemals beeindrucken“, so Fallon, „aber er war schnell Feuer und Flamme.“

Der herausragende neue Song „Here Comes My Man“ überrollt einen mit kraftvollen Gesangsharmonien und wuchtigen Gitarrenriffs, die Fallon auf einer von O’Brien geliehenen 12-String Rickenbecker spielte. Das heavy rockende „Too Much Blood“, dessen Riffs an frühe Soundgarden denken lassen, ist tatsächlich von einer Akustikshow von Chris Cornell inspiriert. Fallon gesteht: „Ich habe noch nie in meinem Leben ein Gitarrenriff geschrieben.“

Und ergänzt: „Zum ersten Mal in meinem Leben ist es mir egal, ob die Leute, dieses Album mögen oder nicht. Ich schere mich nicht drum, was Bruce, oder Eddie Vedder oder meine Freunde davon halten. If you want to hang with us, you’ve got to grow with us. That’s the deal.

Das neue Album „Handwritten“ erscheint bei uns am 20. Juli.

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