Chronik: Bruce Springsteens politisches Songwriting

Analyse von Bruce Springsteens politischem Songwriting: Vom missdeuteten „Born In The U.S.A.“ über Pete Seeger bis „Streets Of Minneapolis“.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Bruce Springsteen sich unmittelbar politisch äußert. In den 70er-Jahren war er nur einmal zur Wahl gegangen: für George McGovern, der gegen Richard Nixon verlor. In den 80er-Jahren veränderte sich sein Songwriting. „Born In The U.S.A.“ handelt von einem Vietnam-Veteranen, der keine Arbeit findet.

Ronald Reagans Redenschreiber hat das Stück absichtlich missverstanden und lobte „New Jersey’s own Bruce Springsteen“. Auf demselben Album findet sich der Song „My Hometown“, ein Abgesang auf die Kleinstadt.

Im Jahr 2000 schrieb Springsteen „American Skin (41 Shots)“, nachdem der Afroamerikaner Amadou Diallo von Polizisten erschossen wurde. Diallo hatte bei einer Kontrolle nach seiner Geldbörse gegriffen. Einige Monate später brachte Springsteen das Lied heraus.

Folk-Experimente und Traditionals

Das Album „We Shall Overcome – The Seeger Sessions“ ist Springsteens eigentümlichste Folk-Platte: In der Nachfolge von Pete Seeger singt er amerikanische Traditionals wie „Pay Me My Money Down“, „Erie Canal“ und „My Oklahoma Home“ mit Brass-Band und Chören. Mit der Seeger-Band machte er eine Tournee – und das war es.

Später befasste er sich auf dem Album „Wrecking Ball“ (2012) mit dem Niedergang der amerikanischen Städte. „We Take Care Of Our Own“ ist ein trotziges Ermutigungslied.

Der direkteste Song seiner Karriere

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„Streets Of Minneapolis“ nun ist der direkteste und schnellste Song, den Springsteen je veröffentlicht hat. „Ich schrieb den Song am Samstag …“ Er ist vollständig produziert mit Orgel und Chorgesang, und am Ende hört man die Stimmen der Menschen von Minneapolis auf der Straße.

Springsteen nennt die Namen, und er nennt die Zeit: den Winter 2026. Es ist einer von Bruce Springsteens besten Songs.