Cat Power: Chan Marshall will allein ins Studio


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Ein mutiger Schritt, ein richtiger Schritt: Chan Marshall besinnt sich ihrer Frühphase und möchte ihr neues Album wieder überwiegend alleine angehen – das verriet sie der australischen Courier Mail in einem exklusiven Interview. „Ich bin gerade an einem Punkt, an dem mir mein Herz sagt: ‚Chan, du hast seit fünf Jahren nicht mehr Klavier oder Gitarre gespielt!‘ Ich fühle mich deshalb irgendwie schuldig. Vor allem, weil mich die Leute ständig fragen, wann ich denn endlich mal wieder etwas ganz alleine mache.“

Ganz sicher sei sie sich mit dieser Entscheidung nicht, wie Marshall freimütig zugibt. Denn gerade ihre Backing-Band – und dort vor allem ihre guten Freunde Jude Bauer von der Jon Spencer Blues Explosion oder Jim White von The Dirty Three – war der Faktor, der ihr in den letzten Jahren erstaunlichen Halt gegeben hat und aus der oft besorgniserregend auftretenden Marshall auf Platte wie auf der Bühne eine selbstbewusste Künstlerin gemacht hat. Aber was bei „The Greatest“ zu Recht noch hoch gelobt wurde, wirkte vielen bei ihrem Coveralbum „Jukebox“ schon wieder ein wenig zu glatt. Dennoch bliebe ein Restzweifel, ob die Entscheidung richtig sei: „Manchmal weiß ich nicht, ob ich die Songs nicht auf die Seite legen sollte und noch mal versuchen sollte, mit der Band aufzunehmen und zu schreiben.“

Das neue Material sei übrigens wieder „trauriger“, was ein gewisses Maß an Nervosität mit sich bringe: „Die Leute werden sich dann wieder Sorgen machen und fragen: ‚Warum ist sie denn nun wieder das traurige Mädchen, das traurige Lieder singt? Geht’s ihr nicht gut?'“ Dem sei jedoch nicht so. Ihr ginge es gut, und sie sei sehr aufgeregt, was ihre neuen Pläne angehe.