Weil er für Chemnitz-Konzert wirbt: Steinmeier in der Kritik

Frank-Walter Steinmeier wird von CDU- und FDP-Politiker hart dafür kritisiert, dass er einen Post der Veranstaltung „Wir sind mehr“ auf Facebook teilte.

Ab Montagnachmittag werden Die Toten Hosen, Kraftklub, Marteria, Casper, Feine Sahne Fischfilet und Trettman in Chemnitz ein Konzert geben um gegen die Rechten zu demonstrieren. Das Event wird auch gestreamt.

Dem Bundespräsidenten wird nun übel genommen, dass er Werbung für einen Auftritt macht, bei dem Feine Sahne Fischfilet auftreten. Die Antifaschischten werden im Verfassungsschutzbericht ihres Heimatbundeslandes Landes Mecklenburg-Vorpommern erwähnt. Besonders die Texte stoßen Bundespolitikern auf: „Die Bullenhelme – sie sollen fliegen. Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein …“, „die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt“ usw.

Kooperation

In einem Statement an die „Welt am Sonntag“ teilte eine Sprecherin mit: Es gehe Steinmeier darum, „Menschen zu ermutigen, die nach den aufwühlenden Ereignissen von Chemnitz für das Miteinander eintreten wollen und klar Stellung beziehen möchten gegen Fremdenhass und Gewalt“.

Auf Facebook steht außerdem, dass der Bundespräsident „klar auf der Seite von Polizei und Justiz“ stehe.

Steinmeier auf Facebook:

Manchen reicht das nicht. Wolfgang Bosbach (CDU): „Schade, dass der Bundespräsident es versäumt hat, den Veranstaltern klarzumachen, dass diese Band mit ihrer Verachtung für unser Land ie die völlig falsche Besetzung ist.“

Linda Teuteberg (FDP): „Auf die freiheitliche, demokratische Grundordnung darf es für niemanden Rabatt geben.“

Auch Philipp Amthor (CDU) kritisiert Steinmeier direkt, im Gespräch mit „Bild“: „Es gehört nicht zu den Aufgaben eines Bundespräsidenten, für Konzerte zu werben, bei denen auch linke Bands auftreten, die in ihren Texten zu Gewalt gegen Polizisten aufrufen. Frank-Walter Steinmeier hat sicher eine hinreichende Distanz zur linken Szene, aber sein Facebook-Post ist jedenfalls wenig taktvoll und keine Sternstunde für guten Stil.“


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