Chers Sohn widersetzt sich gegen Vormundschaftsantrag

Cher beantragt erneut die Kontrolle über die Finanzen ihres Sohnes – der 49-Jährige wehrt sich

ROLLING STONE Badge
Empfehlungen der Redaktion

Elijah Blue Allman, Chers Sohn mit dem verstorbenen Allman-Brothers-Sänger und Songwriter Gregg Allman, wehrt sich gegen die Behauptungen seiner Mutter, er sei „schwer beeinträchtigt“ und könne angesichts mutmaßlichen Drogenmissbrauchs und psychischer Probleme nicht mit Geld umgehen.

Der 49-jährige Gitarrist der Rockband Deadsy plant, Chers erneuten Antrag auf eine Vormundschaft über seine Finanzen anzufechten, wie seine Anwälte ROLLING STONE mitteilen. Cher hatte die Petition vergangene Woche neu eingereicht; ein Richter sollte die Angelegenheit bei einer Anhörung am Freitagmorgen prüfen.

„Elijah ist enttäuscht, aber nicht überrascht von diesem neuerlichen Versuch, die Kontrolle über seine Finanzen zu erlangen“, sagt sein Anwalt Avi Levy. „Wir haben diese Woche mehrmals mit Elijah gesprochen, und trotz der Umstände ist seine Stimmung gut. Elijah lehnt den aktuellen Antrag ab.“

Anhörung in Los Angeles

Levy erklärte, sein Mitanwalt Steven Brumer werde bei der Anhörung in Los Angeles für Allman auftreten. Die Anwälte der Kanzlei Cage and Miles LLP informierten das Gericht am Donnerstag darüber, dass sie den Fall wieder übernehmen – sie hatten Allman bereits während Chers erstem Vormundschaftsantrag vertreten, der beim Richter früh auf Skepsis gestoßen und 2024 in einem außergerichtlichen Vergleich geendet hatte.

In ihrem erneuten Antrag auf gerichtliche Aufsicht über Allmans Treuhandauszahlungen beschreibt Cher die Lage ihres Sohnes als ernst – nach zwei aufeinanderfolgenden Festnahmen in New Hampshire sei er in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung gelandet.

„Elijahs Situation hat sich auf mehreren Ebenen zugespitzt. Sein psychischer Zustand hat sich erheblich verschlechtert, seine finanzielle Lage ist desolat, und seine Drogenabhängigkeit hat einen neuen Tiefpunkt erreicht“, heißt es in der am 15. April beim Nachlassgericht eingereichten Petition, die ROLLING STONE vorliegt.

Frühere Einigung geplatzt

Als Cher im Dezember 2023 erstmals eine Vormundschaft beantragte, erschien Allman persönlich vor Gericht, um sich dagegen zu wehren: Er habe aufgehört, Drogen zu nehmen, und werde einen Finanzmanager engagieren. Nun behauptet Cher, er habe sein Wort nicht gehalten.

Seit 2024 lebe er ihr zufolge „weit über seine Verhältnisse“ – er pendle zwischen „teuren Hotels, die er sich nicht leisten kann“ und Kurzzeitmieten hin und her, habe in einer Airbnb-Unterkunft angeblich Schäden von über 50.000 Dollar verursacht und bei einem Drogendealer eine Rechnung von 18.000 Dollar angehäuft. Außerdem habe er eine offene Steuerschuld von mehr als 200.000 Dollar und sehe sich einer ganzen Reihe von Strafanzeigen gegenüber.

Laut einem ROLLING STONE vorliegenden Haftbefehl wurde Allman am 27. Februar auf dem Gelände der St. Paul’s School in Concord, New Hampshire, wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch, Bedrohung und einfache Körperverletzung festgenommen. Der Lokalsender WMUR 9 News berichtete, Allman habe sich unerlaubt auf das Schulgelände geschlichen und behauptet, er sei ein potenzieller Elternteil, sei dann aggressiv geworden und habe einen Schüler mit seinem Gehstock gestoßen. Er wurde festgenommen und auf Kaution freigelassen – zwei Tage später folgte eine erneute Verhaftung in Windham, New Hampshire, wegen Einbruchs: Eine Frau hatte die Polizei gerufen und erklärt, jemand sei in ihr Haus eingebrochen, sie verstecke sich „in einem Schrank“, wie aus einem ROLLING STONE vorliegenden Polizeibericht hervorgeht. Die eintreffenden Beamten fanden eine zertrümmerte Glastür vor – und Allman „auf dem Wohnzimmersofa sitzend, eine Zigarette rauchend“.

Schwere Vorwürfe im Antrag

„Da sich der vorgeschlagene Mündel derzeit in Gewahrsam einer psychiatrischen Einrichtung in New Hampshire befindet, zielt dieser Antrag nicht auf eine Vormundschaft über die Person ab. Die diesem Antrag zugrundeliegenden Tatsachen sind jedoch nicht nur relevant, um die völlige Unfähigkeit des vorgeschlagenen Mündels zur Verwaltung seiner Finanzen zu belegen – sie belegen auch, dass er schwer beeinträchtigt ist“, heißt es in Chers Antrag. Darin wird außerdem ausgeführt, dass eine umfassendere Vormundschaft über Allmans persönliches Leben wahrscheinlich „angemessen für ihn wäre, sobald er nach Kalifornien zurückkehrt“.

Chers Unterlagen zufolge erhält Elijah jährlich 120.000 Dollar aus einem von seinem Vater eingerichteten Treuhandfonds. Jede Auszahlung werde „sofort verprasst, ohne Rücksicht auf seine Verbindlichkeiten oder sein Wohlergehen“, so die Gerichtsdokumente.

„Es gibt ein klares Muster in Elijahs Verhalten“, behauptet Cher in den von ihrem Anwalt eingereichten Dokumenten. „Nachdem er seine Treuhandauszahlung erhalten hat, checkt er in ein Hotel ein – meistens das Chateau Marmont –, kauft Drogen und konsumiert sie, bis ihm das Geld ausgeht, er im Krankenhaus landet oder eine Überdosis hat. Angesichts dieses Musters ist zu erwarten, dass Elijah eine etwaige Auszahlung für den Kauf von Drogen verwenden wird.“

Gefahr für sich und andere

Die Vormundschaftsunterlagen schildern weitere Vorfälle, bei denen Allman sich selbst oder anderen gegenüber angeblich eine Gefahr darstellte – darunter eine Episode, bei der er mitten im Straßenverkehr in seinem Auto das Bewusstsein verloren haben soll und ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo ihm Naloxon verabreicht wurde. „Es gab mehrere Fälle, in denen Elijah beim Kochen Fettbrände verursachte, weil er weggedämmert war und vergessen hatte, dass etwas auf dem Herd stand“, heißt es in dem Dokument.

Allmans Bruder Devon Allman reichte eine eidesstattliche Erklärung zur Unterstützung des neuen Vormundschaftsantrags ein. „Meiner Einschätzung nach ist er derzeit eine Gefahr für sich selbst und nicht in der Lage, sein Leben oder etwaige Geldmittel zu verwalten“, schrieb er. „Mein jüngster Besuch, um nach ihm zu sehen, hat mich mit einer tiefen Traurigkeit erfüllt, die mich wochenlang nicht losgelassen hat. Sein körperlicher wie geistiger Zustand war erschreckend – der eine verwahrlost, der andere von Wahnvorstellungen geprägt.“

Devon erklärte, er sei zuvor gezwungen gewesen, „mit einem Heroindealer über eine fünfstellige Drogenschuld zu verhandeln“, weil sein Bruder nicht zahlen konnte. „Das war sehr schwer zu bewältigen. Ich sah mich aber zu helfen verpflichtet, um seiner Sicherheit willen“, schrieb er. „Ich appelliere dringend daran, Elijah von Geld fernzuhalten, bis er bewiesen hat, dass er bereit ist, in seine langfristige körperliche und geistige Gesundheit zu investieren.“

Neuer Antrag, neuer Vormund

Als Cher 2023 erstmals einen Vormundschaftsantrag stellte, wollte sie selbst als Finanzvormünderin ihres Sohnes eingesetzt werden. Diesmal beantragt sie, dass das Gericht Jason Rubin, einen lizenzierten privaten Treuhänder, in diese Funktion beruft. Rubin soll die Vollmacht erhalten, die Treuhandauszahlungen ihres Sohnes entgegenzunehmen und damit nach eigenem Ermessen Allmans Ausgaben zu begleichen.