Chevy Chase: „Ich bin kein Rassist!“

Chevy Chase spricht erstmals ausführlich über seinen umstrittenen Abschied von „Community“ und weist Rassismusvorwürfe entschieden zurück.

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Der abrupte Ausstieg von Chevy Chase aus der Serie „Community“ im Jahr 2012 ist nach dem Start der neuen CNN-Dokumentation „I’m Chevy Chase and You’re Not“ erneut in den Fokus gerückt. Der Komiker verließ die NBC-Serie nach Vorwürfen, er habe am Set ein rassistisches Schimpfwort benutzt.

Missverständnisse und Vorwürfe am Set

In einem gemeinsamen Interview mit der „New York Times“, das anlässlich des Filmstarts am 1. Januar veröffentlicht wurde, sprachen Chevy Chase und Regisseurin Marina Zenovich über seine Entlassung aus der Serie durch Serienmacher Dan Harmon nach 83 Episoden.

Auf die Frage, wie er das Ende seiner Rolle als der mürrische Pierce Hawthorne empfunden habe, sagte Chevy Chase: „Es war ein viel zu großes Missverständnis dessen, was ich gesagt habe. Und was nicht. Ich dachte, es gäbe zumindest eine Person – und eine weitere, die aus irgendeinem unerklärlichen Grund mich nicht verstanden hat, nicht wusste, wer ich bin. Oder für keine Sekunde erkannt hat, dass ich kein Rassist bin.“

Er fügte hinzu: „Sie waren zu jung, um meine Arbeit zu kennen. Stattdessen gab es eine Art instinktive Reaktion von ihnen.“

Laut der „New York Times“ thematisiert die Dokumentation Vorwürfe, wonach Chevy Chase, der zunehmend frustriert über den wachsenden Bigotterie-Anteil seiner Figur und eine Szene mit einer Handpuppe im Blackface war, ein rassistisches Schimpfwort benutzte, als er fragte, ob seine Figur dieses ebenfalls sagen müsse.

Reaktionen der Beteiligten

In der CNN-Dokumentation erinnert sich Community-Regisseur Jay Chandrasekhar an den Vorfall .Und erwähnt dabei Co-Star Yvette Nicole Brown. Diese reagierte offenbar in einem aktuellen Instagram-Post auf den Film. „Das sind Dinge, über die ich öffentlich nie gesprochen habe. Und vielleicht auch nie sprechen werde. Jeder, der derzeit FÜR oder ÜBER mich mit vermeintlicher Autorität spricht, tut dies, ohne jemals mit mir über die Dinge gesprochen zu haben, von denen er behauptet, sie zu kennen.“

Sie ergänzte: „Auf gut Deutsch aus East Cleveland. Haltet meinen Namen aus eurem Mund.“ In der Bildunterschrift schrieb Yvette Nicole Brown weiter, man müsse die eigenen Taten vollständig verantworten, ohne Schuld abzuwälzen. Oder Sündenböcke zu suchen.

Bereits 2018 hatte der „New Yorker“ Donald Glover, ebenfalls Co-Star von „Community“, porträtiert. Darin wurde berichtet, dass Chevy Chase versucht habe, Glovers Szenen zu sabotieren und am Set rassistische Witze gemacht habe. Donald Glover sagte damals: „Ich habe Chevy einfach als jemanden gesehen, der gegen die Zeit kämpft. Ein wahrer Künstler muss akzeptieren können, dass seine Herrschaft vorbei ist.“

Charisma Madarang schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil