Damon Albarn trimmt die Gorillaz auf Pop

Nach Opern-Engagement und Blur-Reunion stürzt Damon Albarn sich nun wieder auf die Gorillaz. Auf dem neuen Album "Plastic Beach" will er ausgerechnet mit zweidimensionalen Zeichenfiguren dem Genre Pop die Tiefe zurückgeben.

„Ich liebe all meine Projekte und Bands gleichermaßen. Wirklich.“ Das versicherte Damon Albarn am vergangenen Wochenende in einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Guardian. Dennoch merkt man im dem Gespräch mit Musikredakteur Paul Morley, dass seine Liebe gerade der aktuellen Arbeit mit den Gorillaz gilt – jener Cartoonband aus der Feder von „Tank Girl“-Zeichner Jamie Hewlett, für deren musikalischen Input er mit wechselnden Stargästen zuständig ist.

Über das neue Album „Plastic Beach“, das im kommenden Jahr erscheinen soll, konnte Albarn höchst Interessantes verkünden – zum Beispiel die Tatsache, dass es direkt von „X Factor“ inspiriert sei, dem britischen Äquivalent zu „Deutschland sucht den Superstar“. Damon Albarn sagte: „Es wird die poppigste Platte, die ich je gemacht habe, aber ich will meine Erfahrung nutzen, der Musik trotzdem Tiefe zu geben.“ Und was hat das jetzt mit der sogenannten Talentshow zu tun? „Das Album ist eine Reaktion auf die Dominanz von ‚X Factor‘ und Co. !“ Sendungen dieser Art hätten dem Genre Pop jegliche Tiefe genommen und das Genre Pop in einen Schutthaufen verwandelt, auf dem der Celebrity-Faktor und die Voyeurismus-Befriedung des Publikums mehr zählten als die Musik. Inhaltlich gehe es auf „Plastic Beach“ um die „mythischen Aspekte Englands“ und die Melancholie die diesem Thema innewohne. „Wir haben das Setting natürlich, weil es ja die Gorillaz sind, an einen Fantasy-Ort verlegt, aber diese britische Melancholie findet man auch dort.“ Über den aktullen Arbeitsstand kann man sich direkt im „Studio“ der Gorillaz erkundigen.

Was Damon Albarns übrige Arbeitsgebiete angeht, vornehmlich Blur, ist die Sache für ihn klar: „Nach dem letzten Gig in Schottland bin ich in den Zug gestiegen und habe seitdem nicht wieder an Blur gedacht. Es war ein netter Urlaub, eine schöne Herausforderung und eine tolle Erfahrung – man darf das nicht unterschätzen, wie es sich anfühlt, wenn auf dem Glastonbury 100.000 Leute deine Songs von Anfang bis Ende mitsingen.“ Aber am Ende hätten alle Blur-Mitglieder das Gefühl gehabt, jeder müsse sein eigenes Leben weiterleben. Ein Dokumentation über diese Zeit mit dem Namen „No Distance Left To Run“ wird in Kürze veröffentlicht. Den Trailer dazu gibt’s hier.

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