Daryl Hannah erhält seit „Love Story“ Drohungen
Daryl Hannah rechnet in einem vernichtenden Gastbeitrag mit Ryan Murphys Serie „Love Story“ ab – und listet detailliert auf, was falsch ist.
Seit Ryan Murphys „Love Story“ Daryl Hannahs Beziehung mit John F. Kennedy Jr. inszeniert, erhält die Schauspielerin nach eigenen Angaben feindselige und bedrohliche Nachrichten von Zuschauern, die die Fiktion der Serie nicht von Hannahs wirklichem Leben zu unterscheiden wissen. Hannah hatte Kennedy ab Ende der Achtziger etwa fünf Jahre lang gedatet, bevor er Carolyn Bessette heiratete. Um zahlreiche Unwahrheiten der Serie richtigzustellen, verfasste sie einen Gastbeitrag für die „New York Times“, der am Freitag erschien.
„Die Figur ‚Daryl Hannah‘, die in der Serie dargestellt wird, ist nicht einmal annähernd eine genaue Darstellung meines Lebens, meines Verhaltens oder meiner Beziehung zu John“, schrieb sie. „Die mir zugeschriebenen Handlungen und Verhaltensweisen sind unwahr. Ich habe in meinem Leben nie Kokain konsumiert und keine kokaingefeuerten Partys veranstaltet. Ich habe nie jemanden unter Druck gesetzt, mich zu heiraten. Und ich habe nie ein Familienerbstück geschändet oder an einer privaten Gedenkfeier ungebeten teilgenommen. Ich habe nie eine Geschichte in die Presse lanciert. Ich habe den Tod von Jacqueline Onassis nie mit dem eines Hundes verglichen. Es ist mir ein Gräuel, dass ich mich überhaupt gegen eine Fernsehserie verteidigen muss.“
In dem Essay bezog sich Hannah auf ein Interview mit Executiveproducerin Nina Jacobson, das auf Gold Derby erschienen war, in dem Jacobson Hannah als dramaturgisches Mittel beschrieb. „Da wir John und Carolyn so sehr die Daumen drücken, nimmt Darrell [sic] Hannah eine Rolle ein, in der sie erzählerisch zur Gegenspielerin wird, die du im Verlauf der Geschichte nicht willst“, sagte die Producerin.
Gegen Misogynie und Fiktion
„Ein echter, lebender Mensch ist kein Erzählmittel“, schrieb Hannah in ihrem Times-Gastbeitrag. „Diese Denkweise hat auch eine geschlechtsbezogene Dimension. Die Popkultur hat bestimmte Frauen seit Langem erhöht, indem sie andere als Rivalinnen, Hindernisse oder Bösewichtinnen dargestellt hat. Ist es nicht ein Lehrbuchbeispiel für Misogynie, eine Frau niederzureißen, um eine andere aufzubauen?“
An anderer Stelle des Essays erklärte Hannah, dass sie reißerische und unwahre Artikel über sich früher ignoriert habe, weil sie davon ausging, dass diese verschwinden würden. Da das Internet Unwahrheiten aber heute dauerhaft konserviert, sah sie sich nun gezwungen, sich zu Wort zu melden. Sie habe die abgeschirmte Privatsphäre der Kennedy-Familie stets respektiert, fühle sich aber verpflichtet, für sich selbst zu sprechen.
„Viele Menschen glauben, was sie im Fernsehen sehen, und unterscheiden nicht zwischen Dramatisierung und belegten Fakten – und die Auswirkungen sind nicht abstrakt“, schrieb Hannah. „Im digitalen Zeitalter wird Unterhaltung oft zum kollektiven Gedächtnis. Echte Namen sind keine fiktiven Werkzeuge. Sie gehören zu echten Leben.“
Kritik aus der Kennedy-Familie
Die Miniserie „Love Story“ feierte am 12. Februar auf FX Premiere und zeigt Paul Anthony Kelly als JFK Jr. und Dree Hemingway als Hannah. Die Produzenten hatten weder Hannah noch die Kennedy-Familie zu ihrer Darstellung auf dem Bildschirm konsultiert. „Als Autor ist es gesünder und effektiver, etwas Abstand zum Thema zu haben“, sagte Showrunner Connor Hines gegenüber Variety.
Jack Schlossberg Jr., JFK Jr.s Neffe, der für einen Kongresssitz kandidiert, kritisierte die Serie ebenfalls in einem Interview bei CBS Sunday Morning. „Wenn ihr jemanden kennenlernen wollt, der noch nie jemanden aus meiner Familie getroffen hat und nichts über uns weiß, dann sprecht mit Ryan Murphy“, sagte er laut Vanity Fair. „Ich würde mir nur wünschen, dass die Leute, die die Show schauen, sie mit einem Buchstaben im Kopf sehen – einem großen F wie Fiktion. Der Mann hat keine Ahnung, wovon er redet, und er verdient ein Vermögen an der grotesken Zurschaustellung eines fremden Lebens.“