David Bowies Geist kehrt in einer kraftvollen All-Star-Hommage in L.A. zurück

All-Star-Hommage in Los Angeles ehrt David Bowie zehn Jahre nach seinem Tod mit Mike Garson, Billy Corgan, Chad Smith und vielen mehr.

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Los Angeles’ Liebe zu David Bowie ist unerschütterlich. Um den Geburtstag der Musikikone am 8. Januar sowie zehn Jahre seit seinem Tod am 10. Januar zu markieren, stellte Pianist Mike Garson (Bowies dienstältester Bandkollege) eine All-Star-Riege aus Schülern und Weggefährten für drei Shows im Sun Rose in West Hollywood zusammen.

Auftakt und frühe Höhepunkte

Zu den Mitwirkenden gehörten Billy Corgan und Jimmy Chamberlin von den Smashing Pumpkins, Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers sowie Sängerin Andra Day, die am Samstagabend für emotionale Momente und Überraschungen sorgten.

Luke Spiller von The Struts eröffnete den Abend mit mitreißenden Versionen von „Starman“, „Life on Mars“ und „Moonage Daydream“, unterstützt vom shreddernden Teenager-Gitarristen Elie Samouhi (der Garson als Mentor bezeichnet).

Die souligen Inspirationen in Bowies Werk wurden von der kraftvollen Sängerin Judith Hill hervorgehoben (ehemalige Backgroundsängerin von Michael Jackson und Prince, prominent zu sehen in 20 Feet From Stardom). Sie nahm sich zwei Klassiker aus „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders From Mars“ vor: „It Ain’t Easy“ und „Lady Stardust“. Hills rohe, eindringliche Vocals erinnerten an Aretha Franklins spirituelle Ausdruckskraft und hoben die Show in eine beinahe religiöse Sphäre.

Siebziger-Glamour und Funk

Eine andere, nicht minder fesselnde Seite von Bowies Schaffen zeigte der Glam-Pop-Crooner Jake Wesley Rogers (der im vergangenen Sommer als Support für Cyndi Lauper begeisterte). Er betonte die Theatralik von Bowies Material und Bühnenshows der Siebzigerjahre, trug das berühmte astrale Kugel-Make-up auf der Stirn und sang „Changes“, „Rock ’n’ Roll Suicide“ sowie das düster-prophetische „Lazarus“ aus „Black Star“, Bowies letztem Studioalbum.

Auf das nachdenkliche Intermezzo folgten funkige Stampfer mit Chad Smith von den Chili Peppers bei „Rebel Rebel“ und „Let’s Dance“, die das gesamte kleine Clubpublikum am Sunset Strip von den Sitzen rissen.

Überraschungen der Smashing Pumpkins

Der Smashing-Pumpkins-Drummer Jimmy Chamberlin stieß dann unangekündigt zum Headliner Billy Corgan, der „Space Oddity“ sang – eines seiner liebsten Tourstücke – sowie ein bewegendes „All the Young Dudes“. Zudem spielte er „If There Is a God“ vom sechsten Studioalbum der Pumpkins, „Machina II/The Friends & Enemies of Modern Music“ (2000), und verriet, dass der Song von Garson selbst inspiriert sei. Garson erklärte später, er habe bis zu diesem Moment keine Ahnung gehabt, dass der Titel etwas mit ihm zu tun hatte.

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Weitere Höhepunkte und Finale

Ein weiterer Überraschungsauftritt und Höhepunkt gehörte der Soul-/Jazz-Ausnahmekünstlerin und Billie-Holiday-Biopic-Darstellerin Andra Day, die eine furiose Version ihres Hits „Rise Up“ präsentierte – wie eine kathartische Übung angesichts der aktuellen Nöte der Welt. Um die heilende und escapistische Kraft von Musik wie der Bowies zu unterstreichen, legten Day und Hill anschließend eine rohe, zugleich überwältigende Interpretation von Bowies Duett mit Freddie Mercury, „Under Pressure“, nach.

Hill und Wesley sangen außerdem „Aladdin Sane“, während Garson – der den Klassiker live nie zweimal gleich spielt – jazzige Verzierungen und melodische Abschweifungen einbaute, so lebendig und elektrisch wie der rot-blaue Blitz, der das Album und den Mann symbolisiert, der das Leben des Keyboarders veränderte.

Die Show endete mit nahezu allen Beteiligten bei einem ehrfürchtigen „Heroes“-Singalong. Die jungen Backgroundsänger auf der Bühne (aus dem Musikdepartment der University of Southern California, wie Garson erklärte) erhielten eigene Solopassagen neben den großen Namen. Der frühere David-Bowie-Bassist Carmine Rojas spielte ebenfalls Begleitung, zusammen mit Bassist Nando Raio, den Gitarristen Nick Perri und Dave Wood sowie den Schlagzeugern Max Garson und Shay Godwin. Das Sun Rose Hotel und der Nachtclub (kreativ geleitet von Produzent Adam Blackstone) werden Garson und seine Band später im Jahr für weitere Shows zurücksehen.

„Ich hatte [Bowies] Präsenz eine Zeit lang nicht gespürt. Früher habe ich sie oft gespürt“, sagte Garson nach der Show zu  ROLLING STONE. „Aber in diesem Moment war es wie: ‚Oh mein Gott, ich bin bei dir.‘ Es ging ihm um Risiko, Freude und Gegenwärtigkeit. Wenn man die Musik wahrhaftig spielt und sich nicht in den Weg stellt, taucht sein Geist auf.“

Lina Lecaro schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil