David Eugene Edwards kehrt zurück: Solo-Tour & „Mercurial Silence“

Nach 16-Horsepower-Reunion kommt David Eugene Edwards solo nach Deutschland – Rolling Stone präsentiert fünf Konzerte im November 2026.

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Der 1968 in Englewood, Colorado, geborene Musiker gründete mit Pascal Humbert und Jean-Yves Tola in den frühen Neunzigern 16 Horsepower – eine Band, die mit Drehleier, Konzertina und alttestamentarischer Bildwelt einen Sound erfand, den die Amerikaner kaum verstanden, die Europäer dagegen sofort liebten. Nach der Auflösung 2005 wanderte er mit Wovenhand weiter ins Schwere: von Kammerfolk über zehn Studioalben bis zur Drone-Maschine. 2023 folgte ein erster solitärer Schritt: Hyacinth, das Debüt unter eigenem Namen, produziert von Ben Chisholm (Chelsea Wolfe).

Anders als jene, die das Christliche in Musik zu Trost verpacken, weigert sich Edwards, Erlösung zu liefern. Das Thema seiner Songs sei, wie er einmal in einem Interview erklärte, im Grunde immer „die Verdorbenheit des Menschen und sein Verhältnis zum Schöpfer“. Die christliche Musikindustrie hat ihn nie eingemeindet – zu finster, zu sperrig. Das Indie- und Doom-Spektrum dafür umso mehr.

Reunion im Mai, Solo im November

2026 ist ein außergewöhnliches Jahr für ihn. Im Mai reformierten sich 16 Horsepower nach über zwanzig Jahren für eine weitgehend ausverkaufte Europatournee. Im selben Monat erschien via Sargent House Mercurial Silence, sein zweites Soloalbum. Die Singles „Sun of Manes“ und „Uraeus“, visuell begleitet von Dehn Sora, deuten an, dass Edwards die Spur von Hyacinth weiterverfolgt: akustische Architektur, durchzogen von Darkwave-Adern, durchsetzt von Dulcimer und altem Bandoneon.

Im November kommt Edwards solo nach Deutschland, um Mercurial Silence live vorzustellen – allein auf der Bühne, mit Banjo, Stimme und jener Präsenz, die seine Konzerte seit dreißig Jahren prägt.

In einem Gespräch mit Pastor Jonathan Hanley im Herbst 2016 sagte er sinngemäß, er habe nichts zu verlieren und nichts zu gewinnen – Gott gebe ihm alles, was er brauche. Und wenn Gott es ihm nehme, sei das in Ordnung, dann gehe er eben zurück zum Tellerwaschen. Diese Haltung ist es vielleicht, die seine Musik so unzeitgemäß macht. Und so notwendig.

David Eugene Edwards live in Deutschland

  • 06.11. Hamburg, Bahnhof Pauli
  • 07.11. Berlin, Bi Nuu
  • 08.11. Dresden, Beatpol
  • 11.11. Schorndorf, Manufaktur
  • 16.11. Köln, Gebäude 9
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