Zoh Amba: „Eyes Full“ – Appalachian Folk trifft New Yorker Free Jazz

ROLLING STONE präsentiert: „Eyes Full“ – Zoh Ambas Debüt zwischen Appalachian Folk und Blues, live in Asheville mit Drummer Jim White eingespielt. Alle Infos zur Tour.

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Zoh Amba kommt nach Deutschland und spielt im November Shows in Hamburg und Berlin. Mit der ersten Single eines neuen Kapitels zeigt Amba eine bislang unbekannte Seite: schlingernder Blues, Appalachian-Folk-Einflüsse und eine Stimme, die rau und sehnsüchtig klingt.

Bislang kannte man Zoh Amba (they/them) als eine der spannendsten Stimmen der New Yorker Free-Jazz-Szene. Mit der am 8. April erschienenen Single „Another Time“ folgt nun ein radikaler Bruch – oder vielleicht eher: eine Heimkehr.

Gitarre statt Saxophon

Statt zum Tenorsaxophon greift Amba zur Gitarre und ans Mikrofon. Der Sound: schwermütiger Indie-Rock mit Anleihen bei Alternative Folk, getragen von hypnotisch kreisenden Gitarrenfiguren und einer Stimme, die rau, knurrend und stellenweise fast schief klingt – und gerade darin ihre Wirkung entfaltet. Es ist die Rückkehr zu einer musikalischen Sprache, die Amba in der Heimatstadt Kingsport, Tennessee, lange vor den Free-Jazz-Sessions in Brooklyn entwickelt hatte.

Debut – live und ohne Overdubs

Am 5. Juni erscheint „Eyes Full“, das Singer-Songwriter-Debütalbum bei Matador – aufgenommen in Asheville, eine Stunde von Kingsport entfernt, live und ohne Overdubs. Es ist eine fast familiäre Live-Aufnahme: Während Ambas bester Freund Kevin Hyland die E-Gitarre einspielt, sitzt der legendäre Jim White am Schlagzeug – ein Musiker, der für Amba so etwas wie Familie ist.

Einen ersten Vorgeschmack liefert der Titeltrack „Eyes Full“: ein Song über das Sehen und Gesehenwerden. Denn genau darum kreist das Album. Ambas Blick richtet sich auf die Arbeiter der Kleinstädte, auf Menschen, die sich mühen und nach Erlösung suchen – „auf Menschen, die unbedingt wahrgenommen werden müssen“, wie Amba selbst sagt. Es ist ein Album über die, die sonst niemand sieht: Außenseiter, Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. „Eyes Full“ besteht darauf, genau diesen Menschen Aufmerksamkeit zu schenken.

Live-Termine in Deutschland

Wer Zoh Amba live erleben möchte, hat dazu am 2. November im Aalhaus in Hamburg und am 3. November in der Kantine am Berghain in Berlin Gelegenheit. ROLLING STONE präsentiert.