Der Entwicklungshelfer – Archie Hamilton. Folge 5 der Serie „Die Zukunft der Musik“


In den Neunzigern, als in London der Drum’n’Bass mitregierte, trieb er sich als DJ und Promoter herum. Dann wuchtete er die Boxen auf die französischen und Schweizer Alpen, um Festivals in Wintersportgebieten zu veranstalten. Ende 2005, als ihm auch das zu öde wurde, zog Archie Hamilton nach Shanghai. Gründete dort eine Booking- und PR-Agentur, außerdem die Website Chinamusicradar.com, und schickte Briefe an potenzielle westliche Sponsoren: „Wollen Sie, dass Ihre Marke bei der Geburt der chinesischen Livemusik dabei ist?“

Split Works, die Firma des 34-Jährigen, ist heute der größte unabhängige Konzertveranstalter in China. 200 landesweite Tourneen hat er organisiert, für einheimische und internationale Bands. Sonic Youth, Maximo Park und viele andere holte Hamilton nach China – obwohl er von Gewinnen, wie André Rieu sie bei Asiengastspielen macht, nur träumen kann. „Als ich hierherkam, bestand die Livemusik-Szene in Shanghai aus einem unmöblierten Schuppen ohne vernünftige Toiletten, wo die Bierflaschen aus Waschzubern verkauft wurden“, erinnert er sich. Viel hat sich seither getan: Allein die Zahl der chinesischen Festivals ist laut „New York Times“ von fünf im Jahr 2008 auf über 60 gestiegen. Überraschende Möglichkeiten tun sich auf.

„Man weiß freilich nie, welche Linie die Behörden nächsten Monat fahren werden. Allerdings wird ,Kreativität‘ auch in China immer mehr zum Zauberwort“, meint Hamilton. Ärger hatte er schon genug, aber „an Orten wie Wuhan oder Tianjin die Oberflächlichkeit des Alltags zu durchbrechen und zu erleben, wie hemmungslos die Leute auf unsere Konzerte reagieren – das ist sehr beglückend.“ The XX, Arcade Fire und Florence & The Machine wünscht er sich für 2011. Und wenn man hier irgendwann mit Indie-Rock richtig Geld verdienen kann, dann wird er der Erste sein.


Frauenfußball-WM 2019: Wer ist eigentlich Wanda?

Natürlich haben Marco Michael Wanda und seine Gruppe Wanda („Bologna“) wenig mit der Frauen-WM am Hut, die derzeit in Frankreich ausgetragen wird. Trotzdem ist ihr Name mehrfach an der Außenbande zu sehen. Wir klären auf. Für wen oder was steht der Name Wanda? Natürlich deuten die Schriftzeichen zum Wort „Wanda“ schon an, dass es sich um ein Unternehmen aus China handelt. Nur kennt diesen Konzern in Deutschland kaum ein Mensch, obwohl es sich um einen echten Giganten handelt. Wieso ausgerechnet Fußball? Wanda ist bereits seit Jahren dabei, im Weltfußball auf sich aufmerksam zu machen. Die chinesische Wanda-Group hält 20 Prozent…
Weiterlesen
Zur Startseite