Der Fall Böhmermann: Oliver Welke gibt Angela Merkel Schuld

„Heute-Show“-Moderator Oliver Welke hat Angela Merkel eine große Mitschuld an der heiklen Situation im „Fall Böhmermann“ gegeben. Die Angelegenheit um das vom ZDF-Moderator vorgetragene Erdogan-Gedicht sei erst zu einem Politikum geworden, als sich die Bundeskanzlerin mit einem Statement einmischte. „Ein großer Fehler, der ihr hoffentlich leidtut“, so Welke laut „BILD“.

Angela Merkel hatte über Regierungssprecher Steffen Seibert ausrichten lassen, dass sie das Schmähgedicht von Jan Böhmermann als „bewusst verletzend“ einstuft. In dem Gedicht hatte dieser, wie er selbst sagt, beleidigende Formulierungen verwendet, um die Unterschiede zwischen erlaubter Satire und verbotener Schmähkritik zu verdeutlichen.

„In dem Fall hat sich ausschließlich die Kanzlerin schlecht verhalten“, so Welke. „Man kann nicht zuerst nichts sagen zum Einbestellen des deutschen Botschafters in Ankara nach dem Fall ‚extra 3‘. Und sich dann quasi als oberste deutsche Fernsehkritikerin zu Böhmermann äußern – das geht gar nicht!“

Der Satire-Beitrag des NDR-Magazins hatte Böhmermann veranlasst, sich in die Debatte darüber, was Satire darf, einzuklinken. „Ich denke, Böhmermann hat das schon kalkuliert“, sagt Welke. Nichtsdestotrotz beschäftigt sich nun die Bundesregierung mit dem Fall – sie muss entscheiden, ob sie dem Strafantrag Erdogans folgt.


Jan Böhmermann attackiert AfD-Wähler - „Rechtsextreme oder schlechte Satiriker“

„Neo Magazin Royale“-Moderator Jan Böhmermann ist in einem Gespräch mit dem „Spiegel“ hart mit Wählern und Sympathisanten der AfD ins Gericht gegangen. Im aktuellen Heft des Nachrichtenmagazins sagt er zu dem Vorwurf, es trage zur Verhärtung bei, Menschen als Rechte zu stigmatisieren: „Du wirst nicht deswegen zum Nazi, weil dir jemand beweist, dass dich das, was du eben denkst und tust, als Nazi qualifiziert. Das passiert leider vorher. Man hätte den Nationalsozialismus nicht verhindert, wenn man aufgehört hätte, Hitler einen gefährlichen Nazi zu schimpfen, und ihn stattdessen zu Maischberger oder zum 'NZZ'-Interview eingeladen hätte. Damit er mal seine Sicht der…
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