Spezial-Abo

Freiwillige Filmkontrolle


Der legendäre Konzertveranstalter Fritz Rau ist tot


von

Offenbar konnte Fritz Rau nicht anders, als seine musikalischen Vorlieben mit einem breiten Publikum zu teilen: Bereits während seines Jura-Studiums drifteten seine beruflichen Präferenzen in Richtung Musik. Das erste Festival, das Rau mit Albert Mangelsdorff im Jahr 1955 organisierte, übertraf das übliche Publikums-Interesse an Jazzkonzerten bei weitem: 1400 Besucher drängten sich in die Heidelberger Stadthalle, mehr als genug für Rau, um sich im noch jungen Konzert-Management-Business einen Namen zu machen.

Von einer Nebentätigkeit als Tourneeleiter wurde Rau in den 60er Jahren zum verantwortlichen Konzertorganisator der Deutschen Jazz Föderation, 1963 bot ihm sein Freund, der Promoter Horst Lippmann, eine Zusammenarbeit an. Als „Lippmann + Rau“ organisierten sie unter anderem die „American Folk Blues Festivals“ und holten dafür Bluesmusiker nach Europa, die bislang nur in den Vereinigten Staaten bekannt waren. Der Einfluss dieser Festival-Reihe ist nicht zu unterschätzen – Cream, die Yardbirds, die Rolling Stones, sie alle datieren ihre musikalische Initialzündung in diese Zeit zurück. „You are the godfather of us all. Rock’n’Rau Forever!“ soll Mick Jagger einmal über den Konzertmentor Rau gesagt haben.

Später gingen internationale Größen wie Jimi Hendrix, Led Zeppelin, Joan Baez, Michael Jackson, Bob Dylan, oder The Doors über die Bühne von Fritz Rau. Sein juristisches Geschick, aber auch seine aufbrausende Art (Spitzname „Ayatollah Choleri“) halfen ihm oft, so manches Großevent unversehrt und erfolgreich auf die Beine zu stellen. Besondere Aufmerksamkeit erregte seine mit der deutschen Bahn ausgeführte Aktion „Rock ’n‘ Rail“ im Jahr 1987. Für das damals einzige Deutschlandkonzert Madonnas organisierte Rau 20 Sonderzüge, die aus der gesamten BRD zum Veranstaltungsort nach Frankfurt fuhren. Im Volksmund nannte man den Bahnhof Sportfeld vorübergehend nur noch „Bahnhof Madonna“.

2005 veröffentlichte Fritz Rau seine Autobiographie „50 Jahre Backstage – Erinnerungen eines Konzertveranstalters“. Aus seinem bewegten Leben erzählen wollte Fritz Rau eigentlich auch beim diesjährigen Rolling Stone Weekender im November. Rau verstarb am 19. August im Alter von 83 Jahren.


George Harrison: „All Things Must Pass“ erhält Jubiläums-Neuauflage

Im November 1970 - nur wenige Monate nach der offiziellen Trennung der Beatles - erschien George Harrisons Solo-Tripple-Album. Neben Songs wie „Isn’t It a Pity“ und „Awaiting On You All“ enthielt es auch den bis heute einflussreichen Titel „My Sweet Lord“, in dem Harrison seiner tiefen Spiritualität Ausdruck verleiht. ROLLING STONE wählte das Lied in die 500 besten Songs aller Zeiten. Harrison selbst hingegen zeigte sich vor seinem Tod im Jahr 2001 durchaus selbstkritisch: „Ich würde nach all den Jahren gerne einige dieser Stücke von der gewaltigen Produktion befreien, die sich damals so passend und richtig angefühlt hat.“ Sohn Dhani…
Weiterlesen
Zur Startseite

3 Monate ROLLING STONE nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €