„Staying Alive“: Freddie Mercury ist doch nicht lippensynchron

In der zweiten Show von „Staying Alive“ sind der Queen-Frontmann und die „Rehab“-Sängerin zu sehen. Zuschauer befürchten Schlimmes.

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Zweite Show von „Staying Alive“ und Freddie Mercury ist im Rennen. Der KI-Avatar des Queen-Frontmanns singt gleich zu Beginn ein Duett mit Sasha. Beide zelebrieren „Don’t Stop Me Now“. Was auffällt: Um wie vieles kleiner Freddie im Vergleich zu dem deutschen Sänger wirkt. Schlimm: Die Lippen-Synchronizität beim Song klappt oftmals überhaupt nicht. Zwar ist es unzweifelbar die Original-Stimme des Musikers, aber die Bewegungen der Lippen hängen immerzu hinterher. Immerhin gibt es danach legendäre Ausschnitte von Mercury auf der Bühne.

Dann singen die No Angels gemeinsam mit Freddie Mercury „Bohemian Rhapsody“. Mögen sich die Sängerinnen auch bemühen, den Chorgesang des extravagantesten Queen-Songs rüberzubringen, es verstört, wie Freddie Mercury immer wieder die selben Posen einnimmt. Dass Mercury für die Sechs-Minuten-Nummer ans Klavier muss, sorgt auch für einen weiteren ungenießbaren Moment, denn offenbar macht es die Technik nötig, dass immerzu in die Kamera geblickt werden muss. So wirkt das Spiel des Sängers die ganze Zeit unnatürlich.

„Staying Alive“: Endlich einmal mit Elvis, Whitney, Amy und Freddie singen. Diesen Traum haben nicht nur viele Unter-der-Dusche-Sänger:innen, sondern auch die Postars unserer Zeit. Einige von ihnen, darunter die No Angels, Alvaro Soler, Samu Haber und Sasha, bekommen nun die Möglichkeit dazu. ProSieben zeigt seit Samstag 25. April die neue Show „Staying Alive – Stars singen mit Legenden“ (im Stream auf Joyn). Am 02. Mai gibt es eine weitere Folge.

Was passiert? Mittels einer eigenen Technik werden Musik-Ikonen wie Freddie Mercury und Whitney Houston auf die Bühne geholt. Doch dort bleiben sie nicht allein. Es kommt zu einem Duell der Generationen. Die No Angels sangen etwa in der ersten Folge gemeinsam mit Elvis Presley ihren Hit „Daylight in Your Eyes“. Alvaro Soler präsentierte zudem seinen Song „Sofía“ gemeinsam mit Whitney Houston.

In der Folge vom 02. Mai schmettern Sasha und Amy Winehouse gemeinsam „I Feel Lonely”. Samu Haber wagt sich darüber hinaus mit Freddie Mercury für „Fairytale Gone Bad“ auf die Bühne. Ebenfalls von ProSieben bekannt gegen wurde, dass die No Angels gemeinsam mit Freddie Mercury den Queen-Klassiker „Bohemian Rhapsody“ aufführen werden.

Zusätzlich werden natürlich auch einige weitere Songs der zurück ins Leben geholten Musiker:innen zelebriert und Lieder der Gäste in Duette verwandelt. Welche? Das ist derzeit noch geheim.

Gänsehaut- UND Fremdschämgarantie

Wie immer bei TV-Events ähnlichen Zuschnitts entscheidet das Publikum schließlich darüber, wer das Duett des Abends geliefert und gewonnen hat. Moderiert wird die Show von „The Voice of Germany“-Veteran Thore Schölermann, der auch schon zur Frage nach der medialen Präsentation der längst nicht mehr unter uns weilenden Stars sagte: „Fragen Sie nicht, wie es funktioniert. Es funktioniert.“ Der Moderator gibt dafür auch eine Gänsehautgarantie.

Bislang ist noch völlig unklar, wie das TV-Experiment funktioniert und welche Wirkung es haben wird. ProSieben verrät es nicht. Joyn nennt die gezeigten Legenden „KI-Avatare“. Geschäftsführer Fabian Tobias erklärte gegenüber „DWDL“: „Es ist wie das Cola-Rezept – wir können und wollen den genauen Trick nicht verraten.“ Live entstand dabei nichts, die Aufzeichnung lief bereits im Oktober 2025 in den MMC Studios Köln. Das Studiopublikum sah die Avatare bereits während der Aufzeichnung.

Genial oder peinlich: Funktioniert die Technik bei „Staying Alive“?

Die Reaktionen im Internet auf die erste Folge von „Staying Alive waren überwiegend negativ. Während das Studio-Publikum zwar jubelte, zeigten sich viele Zuschauer in den sozialen Netzwerken entsetzt. Viele User auf Plattformen wie X bezeichneten das Format als „geschmacklos“. Es wurde kritisiert, dass man verstorbene Ikonen wie Whitney Houston und Elvis Presley für eine Unterhaltungsshow „wiederauferstehen“ lässt. Für viele eine Respektlosigkeit.

Schlimmer noch: Die Avatare wurden oft als befremdlich oder gar unheimlich wahrgenommen. In manchen Foren wie äußerten Zuschauer, dass weder Elvis noch Whitney stimmlich so klangen, wie man es von ihnen gewohnt sei. Zudem finden viele das Konzept, dass die Legenden auch Hits der deutschen Stars mitsangen als absurd und niveaulos. Zum Teil ist von „zynischem Moralspagat“ und einer „Karaoke-Show der schlechtesten Art“ die Rede.

Wie waren die Einschaltquoten für „Staying Alive“?

Die Einschaltquoten der ersten Show waren dann auch eher enttäuschend für ProSieben: In der Zielgruppe der 14–49-Jährigen sahen am 25. April nur 0,185 Mio. Zuschauer zu. Das sorgte für einen mageren Marktanteil von 6,2 Prozent.

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Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.