„Staying Alive“ auf ProSieben: Genial oder einfach nur peinlich?

In der neuen Show werden Elvis Presley, Freddie Mercury und Whitney Houston wieder zum Leben erweckt. das Besondere: Sie müssen auch als Duett-Partner herhalten.

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Endlich einmal mit Elvis, Whitney, Amy und Freddie singen. Diesen Traum haben nicht nur viele Unter-der-Dusche-Sänger:innen, sondern auch die Postars unserer Zeit. Einige von ihnen, darunter die No Angels, Alvaro Soler, Samu Haber und Sasha, bekommen nun die Möglichkeit dazu. ProSieben zeigt ab Samstag (25. April) die neue Show „Staying Alive – Stars singen mit Legenden“ (im Stream auf Joyn). Eine Woche darauf, am 02. Mai, gibt es eine weitere Folge.

Was passiert? Mittels einer eigenen Technik werden Musik-Ikonen wie Freddie Mercury und Whitney Houston auf die Bühne geholt. Doch dort bleiben sie nicht allein. Es kommt zu einem Duell der Generationen. Der Sender kündigte bereits an, dass die No Angels gemeinsam mit Elvis Presley ihren Hit „Daylight in Your Eyes“ singen werden. Sasha und Amy Winehouse schmettern „I feel lonely” an. Samu Haber wagt sich mit Freddie Mercury für „Fairytale Gone Bad“ auf die Bühne. Und Alvaro Soler präsentiert seinen Song „Sofía“ gemeinsam mit Whitney Houston.

Zusätzlich werden natürlich auch einige der großen Songs der zurück ins Leben geholten Musiker:innen zelebriert. Welche? Das ist derzeit noch geheim.

Aus der Gänsehaut- könnte schnell eine Fremdschämgarantie werden

Wie immer bei TV-Events ähnlichen Zuschnitts entscheidet das Publikum schließlich darüber, wer das Duett des Abends geliefert und gewonnen hat. Moderiert wird die Show von „The Voice of Germany“-Veteran Thore Schölermann, der auch schon zur Frage nach der medialen Präsentation der längst nicht mehr unter uns weilenden Stars sagte: „Fragen Sie nicht, wie es funktioniert. Es funktioniert.“ Der Moderator gibt dafür auch eine Gänsehautgarantie – und schon im Trailer sieht man zahlreiche Teilnehmer:innen in Tränen aufgelöst.

Bislang ist noch völlig unklar, wie das TV-Experiment funktioniert und welche Wirkung es haben wird. Hologram-Konzerte sind spätestens seit ABBA in London keine Sensation mehr. Aber das Prinzip ist ein völlig anderes und es kommt nicht zu Duetten zwischen „Computerfiguren“ und Menschen.

Fakt ist, dass es sich bei „Staying Alive“ um eine von Endemol Shine Germany in Deutschland produzierte Show mit eigener Technik handelt, von der bisher wirklich nichts bekannt ist. ProSieben setzt dabei offenbar auf den Überwältigungseffekt.

Sollte die Darstellung der Stars allerdings wenigerer überzeugen, als es bei den ersten Bildern den Anschein hat, könnte die Nummer auch nach hinten losgehen. Auszuschließen ist auch nicht, dass das Format unangenehm berührt, weil es zu Fremdschammomenten mit den Abbildungen der Musikgrößen kommt oder all das dann doch nach Störung der Totenruhe wirkt.

„Staying Alive“ – genial oder einfach nur peinlich? Man wird es ab kommenden Samstag sehen können.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.