Der Pate des Make-Up: Maskenbildner Dick Smith gestorben


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Seinen Namen dürften allenfalls aufmerksame Cineasten kennen, seine Kunstfertigkeit aber wird vielen Kinozuschauern in den letzten Jahrzehnten ins Auge gesprungen sein: Ohne Dick Smith und sein Make-Up wäre Marlon Brando die beeindruckende Verwandlung in den gealterten „Paten“ Vito Corleone nicht so leicht gelungen.

Nun ist der erste Maskenbildner, der für sein Lebenswerk einen Oscar erhalten konnte, im Alter von 92 Jahren in Kalifornien gestorben. Gerade auch seine Maskenbildnerkunst im Horror-Klassiker „Der Exorzist“ von William Friedkin sorgte in den 1970er-Jahren dafür, dass Scharen von Zuschauern vor Angst und sicher auch vor Ekel das Kino vorzeitig verließen.

In Erinnerung bleibt sicher auch seine beeindruckende Arbeit für „Amadeus“ von Milos Forman. In der kunstfertigen Bühnenadaption, die das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart mit tragischem Ausgang schildert, hatte der einfallsreiche Amerikaner dafür gesorgt, dass F. Murray Abraham als seniler und von seinem Gewissen gequälter Komponisten-Mörder Salieri eindrucksvoll zum Greis modelliert werden konnte. Das wurde 1985 mit einem Oscar belohnt. Weitere bekannte Arbeiten leistete Smith für „Little Big Man“, „Taxi Driver“ und „Der Tod steht ihr gut“.

Angeblich soll der Amerikaner in jungen Jahren wenig Interesse am Beruf des Maskenbildners gehegt haben – erst als er sich an der Universität Yale eingeschrieben hatte, lernte er die faszinierenden Möglichkeiten kennen, mit denen im Film mit Make-Up gearbeitet werden kann.

Nachdem Smith 2012 seinen verdienten Ehrenoscar erhalten hatte, bekam er auch den renommierten „Makeup Artists Lifetime Achievement Award“. Die Präsidentin der Vereinigung, Sue Cabral-Ebert, schwärmte in höchsten Tönen von ihrem Preisträger, wie Variety protokolliert: „Selten hat es Maskenbildner gegeben, die über so viel Einfallsreichtum, Kreativität und Kunstfertigkeit wie Dick Smith verfügten.“

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