Die 10 besten Songs von Meat Loaf


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Opulenz, Theatralik, Rock’n’Roll-Versprechungen, allesverschlingende Powerballaden und eine große, markante Stimme: So wird man sich an Meat Loaf erinnern, der am 20. Januar 2022 im Alter von 74 Jahren verstorben ist. Als Tribut an Michael Lee Aday, wie Meat Loaf bürgerlich heiß, werfen wir einen Blick auf seine zehn besten Songs.

„Bat Out Of Hell“

„Bat Out Of Hell“ ist der Titeltrack des gleichnamigen Albums aus dem Jahr 1977. Mit einer Länge von 9:51 Minuten macht Meat Loaf hier gleich zu Beginn eine ordentliche Ansage. Den Einstand machen triumphale Rockgitarren, kurz darauf übernimmt ein Klavier, das mit einem getriebenen Arpeggio den Grundpfeiler des Songs in den Raum stellt. Trotz seiner Überlänge kommt „Bat Out Of Hell“ gleich zum Punkt, berstet geradezu über vor lauter Hooks und Aufbruchsstimmung — „Bat Out Of Hell“ ist vielleicht am ehesten so etwas wie Meat Loafs eigenes „Thunder Road“, ein grandioser Ritt über den Highway mit orchestraler Rockmusik, E-Gitarren, Klavieren, Orgeln.

„Modern Girl“

1984 veröffentlichte Meat Loaf sein Album „Bad Attitude“. Als erste Single wurde das Stück „Modern Girl“ ausgekoppelt — ein Song aus der Feder von Paul Jacobs und Sarah Durkee. Klavier und Violinen eröffnen den Song, bäumen sich vom Ausgangspunkt einer symphonischen Ballade in den Rockhimmel auf — und Meat Loaf schleudert uns immer wieder „Gimme the future“ entgegen, gleichermaßen Forderung und Versprechen.

„Rock And Roll Dreams Come Through“

1993 schuf Meat Loaf mit „Bat Out Of Hell II: Back into Hell“ einen Meilenstein. Die Songs wurden noch dramatischer, noch theatralischer, noch getragener. Eines der großen Stücke des Albums ist „Rock And Roll Dreams Come Through“. „There’s always something magic / There’s always something new / And when you really really need it the most / That’s when rock and roll dreams come true“, verspricht er darin.

„I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“

Alleine schon den Titel von „I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“ zu lesen, verursacht einen Ohrwurm, den man nicht mehr so schnell los wird. Zu verdanken haben wir diesen, wie so vieles von Meat Loaf, dem 2021 verstorbenen Songschreiber Jim Steinman. „I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“ ist die Überballade, das rockgewordene „Phantom der Oper“, das fleisch- beziehungsweises songgewordene „Kleckern, nicht klotzen“. Alles ist überlebensgroß: Die Hook, das Gefühl, die Umsetzung, die Orchestrierung. Auf dem Album nahm man sich dafür über zwölf Minuten Zeit, die Single wurde auf 5 Minuten und 13 Sekunden gekürzt.

„Hot Patootie – Bless My Soul“

Auch ein Song aus der „Rocky Horror Picture Show“ darf  in dieser Liste natürlich nicht fehlen. Ab 1973 spielte Meat Loaf in der Produktion die Rolle des Rockers Eddie, 1975 war er auch im Film zu sehen. Textlich ist „Hot Patootie — Bless My Soul“ nicht anders als viele von Meat Loafs eigenen Stücken. Es geht um den Glanz der Samstagnacht, um den Glauben an den Rock’n’Roll — und natürlich die Liebe.

Not A Dry Eye In The House

„Not A Dry Eye In The House“ erschien 1995 auf dem Album „Welcome To The Neighbourhood“: Ein Schmachtfetzen von einer Pop-Rock-Ballade, deren Titel Programm ist.

Paradise By The Dashboard Light

Auch wenn die Single „Paradise By The Dashboard Light“ (erschienen 1977 auf „Bat Out Of Hell“) kein großer Erfolg in den Charts war, ist es ein essenzielles Stück in seinem Katalog. Das Lied ist ein Duett von Meat Loaf und Ellen Foley (im Video ist allerdings nicht Foley, sondern Karla DeVito zu sehen). Es behandelt auf Langstrecke (7 Minuten, 55 Sekunden) in drei Teilen die Geschichte einer Liebe wischen eines (in Teil 1) jungen Highschool-Pärchens.

You Took The Words Right Out Of My Mouth

„You Took The Words Right Out Of My Mouth“ war die erste Single, die Meat Loaf als Solokünstler veröffentlichte. Loaf hatte Steinman gebeten, einen Song „der nicht 15-20 Minuten lang“ ist zu schreiben und wollte ein Pop-Stück haben. Tatsächlich: Für Steinman-Verhältnisse ist das Stück kurz und knackig geworden — vielen Kritikern war es damals aber zu theatralisch (was diese Kritiker wohl zu späteren Stücken sagten, wo es  erst so richtig theatralisch wurde?) „You Took The Words Right Out Of My Mouth“ war auch dafür ausschlaggebend, dass Steinman und Loaf beschlossen, miteinander an einem ganzen Album zu arbeiten.

Life Is A Lemon And I Want My Money Back

Nachdem „Bat Out Of Hell II: Back into Hell“ im großen Stil mit „I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That)“ eröffnet wurde, ging es im Folgestück „Life Is A Lemon And I Want My Money Back“ rockiger, düsterer — aber immer noch gleich dramatisch zur Sache. Darin philosophiert Meat Loaf, völlig zu recht, dass das Leben eigentlich ein großer Betrug ist, alles schief geht und man am besten sein Geld zurückfordern sollte.,

„Objects in the Rear View Mirror May Appear Closer than They Are“

Manchmal sind nicht nur die Songs, sondern auch die Songtitel lang: Nummer zehn unserer Liste belegt die Edelballade  „Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are“ vom Album „Bat Out Of Hell II: Back into Hell“. Für den Song verarbeitete Steinman ein bereits existierendes Stück seines Soloalbums – einen Song namens „Surf’s Up“. Der Songwriter verwendete die Melodie später erneut, diesmal für das Musical „Tanz der Vampire“.