Die meistüberschätzten Filme aller Zeiten: Cape Fear (1991)

ROLLING STONE präsentiert: Die am meisten überschätzten Filme aller Zeiten. In unserer Serie stellen wir Werke vor, die gut sind, aber nicht so gut, wie die meisten Kritiker finden („Fitzcarraldo“); Werke, die weniger klug sind als gedacht („Blade Runner“); sowie Werke, die einfach nur weh tun („True Romance“, den natürlich nur jemand wie Tony Scott drehen konnte). Teil acht:

Cape Fear (Martin Scorsese, 1991)

„Method Acting? Was soll das sein? Ich gehe zu den Dreharbeiten, spiele meine Rolle, dann gehe ich nach Hause und bin wieder ein ganz normaler Mann. Ich brauche kein Method Acting“. Und er bekam für eine seiner Rollen dennoch den Oscar, als bester männlicher Hauptdarsteller.

Das sagte nicht Robert De Niro, um den es hier eigentlich gehen sollte, sondern Anthony Hopkins. Nun waren aber beide im gleichen Jahr für den Oscar nominiert, 1991 war das, Hopkins für „The Silence Of The Lambs“, De Niro für „Cape Fear“. Beide spielten abgrundtief böse Menschen. Doch während Hopkins mit Hannibal Lecter einen ganz neuen Typ schuf, den Kannibalen mit dem Auftreten eines Kunsthändlers, markierte De Niro den Hampelmann im Hawaii-Hemd. Und in den Drehpausen soll der Hampelmann sich weiter wie ein Hampelmann aufgeführt haben. Method Acting bis zur Einlieferung.

De Niro hatte seit 11 Jahren keinen Oscar mehr bekommen, für ihn eine unverschämt lange Zeit. Alles in seiner Darstellung des auf Rache sinnenden Max Cady war deshalb auf Preis getrimmt: Keiner schrie lauter, keiner lachte lauter, keiner steckte den Daumen tiefer in Juliette Lewis’ Mund. Seinen Körper trainierte der 47-Jährige auf ein Muskelmaß, vor dem selbst Travis Bickle, 15 Jahre jünger, und der – fitte – Jake La Motta, 10 Jahre jünger, vor Neid erblassen würden.

Jumping All Over The Shark

Regisseur Martin Scorsese fährt sein „Cape Fear“-Remake des gleichnamigen Films von 1961 voll vor die Wand. Vielleicht lag es am selbst auferlegten Druck, eine Neuverfilmung schriller gestalten zu müssen. Vielleicht war Scorsese nach dem souveränen, hoch gelobten „GoodFellas“ (1990) auch einfach nur aufgedreht. „Cape Fear“  jedenfalls ist wie ein Cartoon, in dem sich zwei Figuren bekämpfen, und der in seiner Ideenvielfalt mit den boshaften Fallen an die Geschichte von Roadrunner und Kojote erinnert, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Schnell geschnittene Streiche, nonstop Nonsens: Der entlassene Sträfling Max Cady (De Niro) denkt sich immer neue Tricks aus, um seinen Ex-Anwalt Sam Bowden (Nick Nolte) zu peinigen, verkleidet sich als Haushälterin oder macht sich – Achtung: In Thrillern sterben die Vierbeiner immer als erstes, quasi als Eskalationsstufe eins – über den Hund der Familie her.



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