Dieter Bohlen: Emotionale Erinnerung an Bonnie Tyler
„Wir teilen schöne Erinnerungen. War toll, mit dir zu arbeiten.“
Dieter Bohlen und Bonnie Tyler – das war eine Erfolgsgeschichte. Anfang der 90er-Jahre arbeitete der Produzent mit der 80er-Ikone zusammen. Er schrieb und produzierte ihr mehrere Songs, darunter auch den Hit „Bitterblue“.
Nun verabschiedete sich Bohlen mit einem gefühlvollen Instagram-Beitrag von der am Donnerstag im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit verstorbenen Musikerin. Zu einem gemeinsamen Foto aus dem Studio schrieb der Sänger von Modern Talking: „Wir teilen schöne Erinnerungen. War toll, mit dir zu arbeiten.“
Aus heutiger Sicht wirkt die Kooperation zwischen Bohlen und Tyler gleichzeitig überraschend und extrem logisch. Die Waliserin stand für Bombast-Rock, der in Deutschland zum Pop-Titan geadelte Bohlen arbeitete mit Eurodisco und Synthpop. Weil aber die Verkäufe von Tyler in den USA und Großbritannien stagnierten, wechselte sie die Plattenfirma und suchte bei Hansa Records einen neuen Stand. Dort kam man sofort auf den hauseigenen Star Bohlen.

Dieter Bohlen schrieb unter Pseudonym Songs für Bonnie Tyler
Da der Produzent im Ausland und vor allem in der Rockszene umstritten war, operierte er zunächst unter dem Pseudonym Howard Houston. Anfang 1991 begann dann die Zusammenarbeit im Studio. Der von Bohlen geschriebene und produzierte Song „Bitterblue“ schlug schon im selben Jahr voll ein. Das gleichnamige Album stürmte vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien die Charts.
Zwischen 1991 und 1993 veröffentlichte das Duo insgesamt drei erfolgreiche Studioalben („Bitterblue“, „Angel Heart“ und „Silhouette In Red“). Die gemeinsame Arbeit brachte mit „Against The Wind“ auch einen Song für einen „Tatort“ mit Götz George hervor.
Bonnie Tyler hatte bereits im Frühjahr mit massiven gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nach einem akuten Darmdurchbruch musste sie sich einer Notoperation unterziehen. Aufgrund von Komplikationen nach dem Eingriff lag die Sängerin wochenlang auf einer Intensivstation und wurde in ein künstliches Koma versetzt, aus dem sie erst im Juni wieder erwachte. Obwohl sich ihr Zustand zwischenzeitlich stabilisiert hatte, kam es letztlich zu einem unvorhersehbaren medizinischen Rückfall, der sehr wahrscheinlich die Todesursache ist.