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Dockville 2013 – Tropische Rhythmen und bunte Girlanden

Am Wochenende fand in Hamburg mit rund 25.000 bunten und glitzernden Menschen das MS Dockville Festival statt – auf dem sehr verwinkelten Gelände in Hamburg-Wilhelmsburg gab es zudem jede Menge Kunst, versteckte Bars, Musik und Fotoautomaten zu entdecken. Während der drei Tage hatte man zwischenzeitlich das Gefühl, Alice im Wunderland oder der verrückte Hutmacher müssten gleich aus dem nächsten Busch hervorkommen um einem die Dockville-Glitzer-Parallelwelt zu erklären und versteckte Lieblingsplätze zu zeigen. Das Dockville ist nämlich eines dieser Festivals, die einen bis ins Detail immer wieder mit neuen Entdeckungen erstaunen. So gibt es ein Festival-Postamt, von dem aus man Grüße verschicken kann, eine versteckte Lakritzbar und überall jede Menge Kunst zu entdecken, die schon Wochen vorher im Dockville-Kunstcamp erarbeitet wurde. Man merkt dem Dockville an den vielen kleinen Details an, wie viel Herzblut die Macher in ihr Festival stecken.

Dockville 2013 – der Freitag mit Milky Chance, HAIM und Foals

Entspannt ging es am Freitag mit den Mighty Oaks los, die das Publikum bei bestem Wetter mit ihrer schönen Folkmusik zum Mitsingen animierten. Gut gelaunt ging es von dort zu Milky Chance, die euphorisch vom Publikum gefeiert wurden und davon selbst ein wenig erstaunt und begeistert zu sein schienen. Der entspannte Nachmittag wurde dann von Reptile Youth beschleunigt, die mit treibenden Songs und rebellenhafter Jim-Morrison-Attitüde begeisterten. Voller Energie aber trotzdem mit Gefühl für das Publikum (dessen Nähe Sänger Mads Damsgaard Kristiansen beim Stagediven immer wieder suchte), machen die Dänen mittlerweile ihren Landsmännern von Who Made Who jede Menge Konkurrenz.

Nach den Dänen gab es die heiß erwarteten Haim aus L.A. zu sehen, die die erwartete Rock’n’Roll-Show mit guter Musik, Haareschmeißen und Gitarre-Shredden ablieferten. The Lumineers hatten es daraufhin im Anschluss mit dem aufgewärmten Publikum leicht und überzeugten mit ihrer folkig-rockigen Gute-Laune-Musik. Wem bei der Band nicht genug los war, machte einen Abstecher zu MC Fitti, der absurd ekstatisch gefeiert wurde (ob das am Gesamtkonzept oder der Musik lag, war nicht endgültig zu klären). Zum Runterkommen gab es im Anschluss als Headliner die Foals, die ein wenig Zeit brauchten um mit dem Publikum warm zu werden, am Ende aber doch noch überzeugten.

Kooperation

Dockville 2013 – der Samstag mit Woodkid, MS MR und Crystal Fighters

Der Samstag begann locker mit When Saints Go Machine. Bei den ersten Sonnenstrahlen des Tages brachten schließlich Kitty Daisy & Lewis das Publikum mit handgemachtem Rock’n’Roll zum Tanzen. Anschließend gab es Roosevelt zu sehen, die mit perfekter Nachmittags-Chill-Groove-Musik überzeugten. Nach dieser kurzen Entspannungspause ging es rüber zur Hauptbühne, wo die Crystal Fighters schon sehnsüchtig erwartet wurden. Nicht ganz so euphorisch wie beim Appletree Garden Festival spielten die Londoner ihre Show und machten das Publikum bei der untergehenden Sonne glücklich. Zum Runterkommen gab es im Anschluss Leslie Clio zu sehen. Die Berlinerin sang sich routiniert mit Plastik-Flamingos auf der Bühne durch ihr Programm und brachte die Leute mit Hits wie “I Couldn’t Care Less“ zum Tanzen. Wem das zu soulig war, wurde bei Mac Miller mit coolen Songs und der nötigen „Rap-Credibility“ versorgt – kreischende, bouncende Konfetti-werfende Mädchen in der ersten Reihe inklusive.

Als eines der Freitags-Highlights kann man wohl MS MR aus New York bezeichnen, die auch gut in den 70er Jahren ins Studio 54 gepasst hätten. Frontfrau Lizzy Plapinger hat eine großartige Stimme und die Tanz-Moves und das Selbstbewusstsein einer jungen Madonna. Von den New Yorkern ging es schnell zur Hauptbühne, wo Woodkid mit seinem Orchester aufspielte. Wie schon im Januar bei seinem Show-Case in Berlin gab es dort monumentale Songs mit großartigen Videoinstallationen zu sehen. Wem Woodkid eine Spur zu viel Pathos hatte, konnte beim zu recht gehypten, cool und kühl wirkenden Totally Enormous Extinct Dinosaurs a.k.a. Orlando Higginbottom weitertanzen (oder mit dem Gummiboot über die Menge surfen, wie das Bild in unserer Galerie beweist), um anschließend mit Kid Simius, A-Trak und John Talabot weiter die Nacht zum Tag zu machen.

Dockville 2013 – der Sonntag mit Chvrches, Austra, Miss Li und Polica

Mit Chvrches, Agnes Obel, Miss Li, Austra und Polica war der Sonntag der Tag der Front-Frauen. Mit einem müden Publikum hatten am Mittag Sizarr zu kämpfen, die die Besucher mit ihrer Musik leider nicht ganz wachrütteln konnten. Das schaffte erst Miss Li, die in ihrem schwarzweiß-kariertem Gewand aussah als wäre sie direkt aus „Alice im Wunderland“ entsprungen. Bei feinsten Pop-Songs ließ sich schließlich auch die Sonne blicken und der Müdigkeits-Bann war gebrochen.

Von Miss Li ging es zu Austra, die das Publikum gesanglich überzeugte und die hässlichsten Schuhe des Festivals trug (der Beweis in unserer Galerie). Von dort musste man sich beeilen um nicht Agnes Obel am Flügel zu verpassen, die dem Nachmittag eine vollkommen unerwartete Eleganz verlieh. Weiter ging es mit den gehypten Chvrches, die eine richtig gute, energiegeladene Show ablieferten, bei der sich der Himmel gefährlich verdunkelte. Bei DJ Koze war es dann auch leider so weit, der Himmel öffnete seine Schleusen und verwandelte die gut aussehenden, glitzernden Festival-Besucher in normale, nasse, bisweilen frierende, aber offenbar noch immer glückliche Menschen. Da Kakkmaddafakka aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten, wärmten die kurzfristig eingesprungenen FM Belfast die Besucher mit ihrem tropischen Tanzrhythmen und bunten Girlanden wieder auf. Wer sich bei diesem gelungenen Festivalabschluss nicht warm und trocken tanzen wollte, war selber schuld.


Rammstein live 2019: Dies ist ihre aktuelle Setlist

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