Dr. Motte äußert Bedenken über die Bemühungen um eine Loveparade 2011


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Ort und Datum variieren, je nach eingetragener Veranstaltung, aber in einem sind sich die Veranstalter auf Facebook einig: Am 23. Juli soll die Loveparade unter dem Namen „Love Parade 2011“ fortgesetzt werden. Fast genau ein Jahr nach der Katastrophe in Duisburg wollen einige die Party in Gelsenkirchen oder andernorts wieder aufleben lassen, andere fordern, dass die Loveparade wieder nach Berlin zurückkehrt.

Zu den aktuellen Facebook-Events hat Loveparade-Gründer Matthias Roeingh, besser bekannt als Dr. Motte, auf seiner Homepage nun Stellung bezogen – und ist ganz und gar nicht begeistert von der Idee, die Techno-Parade schon wieder aufleben zu lassen. Er sehe keine ordentliche Planung und kein Sicherheitskonzept, so Motte auf seiner Homepage.  „Die Sicherheit von Leib und Seele muss immer an erster Stelle stehen.“

Viele Leute hätten leider gar nichts verstanden, vor allem nicht dass die Loveparade immer ein Feiertag der elektronischen Musik und die weltweit größte Jugend-Friedens-Demonstration gewesen sei. Man fühlte sich zusammengehörig, „united“, wie eine Familie. „Es mag für Einige nostalgisch oder weltfremd klingen, aber ich vertrete immer noch das Motto ‚We are one family‘.“

Durch das Unglück in Duisburg wurde die Musikszene gespalten, ein Teil prescht vorwärts und  drängt auf die nächste Party, den anderen ist nicht mehr zum Feiern zumute, wenn sie das Wort „Loveparade“ hören. So zwiespältig wie Dr. Motte es beschreibt, sind auch die Kommentare auf Facebook. Die einen wollen die Party „nicht sterben lassen“, den anderen wird bei dem Gedanken an eine Fortsetzung der Parade schlecht.

Für Dr. Motte steht außer Frage, die Party unter diesen Umständen fortzusetzen. Die Loveparade dürfe sich nicht „in den Händen von privaten, business- oder profitorientierten Unternehmen“ befinden. Es müsse ein ganz neues Konzept entwickelt werden. Die Musik solle wieder in den Vordergrund gestellt und die Sicherheit der Besucher gewährleistet werden. Außerdem solle die Loveparade vor Missbrauch und kommerzieller Ausbeute geschützt sein. Zunächst müsse jedoch ein Heilungsprozess in Gang gebracht werden, der eine gründliche und lückenlose Aufklärung, Trauerarbeit und Traumabehandlung beinhaltet.

Und vor allem solle die Musikszene wieder vereint sein und nicht gespalten bleiben, so Dr. Motte. „Ich kann nur hoffen, dass die Stadt Berlin auf diesen Samstag gut vorbereitet ist, die Veranstaltung sachgemäß geplant und angemeldet ist und niemand dabei zu schaden kommt.“