Drakes „Iceman“-Promo-Aktion lässt Fans auf Eis einschlagen

Drake versteckt das Erscheinungsdatum seines neuen Albums in einem riesigen Eisblock mitten im Zentrum von Toronto.

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Drakes neueste Promo-Aktion für sein kommendes Studioalbum „Iceman“ ist ein gigantischer Eisblock auf einem Parkplatz in der Innenstadt von Toronto. Der Rapper postete auf seinen Social-Media-Kanälen, das Erscheinungsdatum sei „darin“ versteckt. Das vergangene Wochenende sorgte für Aufsehen: Eine Explosion im Norden der Stadt bestätigte die Stadt Toronto gegenüber ROLLING STONE als „eine Produktion, die mit dem Künstler bekannt als Drake in Verbindung steht“. Die Woche davor waren seine üblichen Courtside-Plätze beim Raptors-Spiel kurzerhand „eingefroren“.

Wie sich die große Enthüllung gestalten wird, wenn der Eiskoloss schließlich schmilzt, bleibt abzuwarten – doch als am Montag die Sonne unterging, versuchten einige Fans auf jede erdenkliche Weise, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. In Social-Media-Videos ist zu sehen, wie Fans mit Vorschlaghämmern auf den riesigen Eisblock klettern, während ein anderer auf Bodenniveau mit einem Schweißbrenner – befeuert durch Haarspray – dagegen vorgeht.

Früher am Tag, als sich Menschen anstellten, um einen näheren Blick zu erhaschen, kontrollierte ein Sicherheitsbeamter die Ausweise – denn, wie er ROLLING STONE erklärte, seien Minderjährige unverantwortlich und könnten auf die Konstruktion klettern. Er sollte recht behalten.

Warnschilder ignoriert

Mehrere Warnschilder rund um den Parkplatz wiesen unmissverständlich hin: „Gefahr – Nicht berühren. Diese Eisstruktur kann ohne Vorwarnung brechen oder einstürzen, und herabfallendes Eis oder scharfe Splitter können zu schweren Verletzungen oder dem Tod führen.“ Und weiter: „Die Struktur nicht berühren oder damit interagieren. Jeder Kontakt mit der Struktur geschieht auf eigenes Risiko.“

Bevor der Eisblock für die Öffentlichkeit „zugänglich“ wurde, postete Drake ein körniges Foto von sich selbst, wie er einen Eisblock mit einem Maßband ausmisst. Ein weiteres Bild vom Wochenende zeigte seinen achtjährigen Sohn Adonis hinter dem Steuer eines Polizeiautos, während jemand die Szene filmte – ob es sich dabei um denselben Ort handelte, ist unklar.

Der Eisblock – aus Hunderten kleinerer Blöcke zusammengesetzt – soll schätzungsweise rund fünf Meter hoch, sechs Meter lang und fünf Meter breit sein.

Aufbau mit dem Gabelstapler

In Social-Media-Posts war zu sehen, wie Arbeiter in orangefarbenen Westen am Sonntag Dutzende Paletten mit Eiswürfeln abluden und begannen, die massive Eisskulptur zu errichten – mit einem Gabelstapler, um die Blöcke anzuheben und abzusetzen.

Drake postete die Google-Maps-Koordinaten auf seinem Instagram mit dem Satz: „Release date inside.“ Dazu veröffentlichte er ein Foto der fertigen Skulptur mit der genauen Adresse in Großbuchstaben: 81 Bond Street, Innenstadt Toronto.

An der Kreuzung von Dundas Street und Bond Street gelegen – nur wenige Gehminuten von der Ryerson University und dem belebten Touristenzentrum Sankofa Square entfernt, gegenüber dem Einkaufszentrum Eaton Center – ist der Parkplatz mit Metallabsperrungen abgeriegelt.

Fans aus aller Welt

Kurz nach 18 Uhr sprach ROLLING STONE mit einer Handvoll Fans, die vorbeigekommen waren, um den Eisblock zu begutachten und Fotos zu machen.

Sofia Bevilacqua, 19, studiert an der Ryerson University und erfuhr am frühen Nachmittag auf Instagram von der Aktion. „Es ist so cool und, wow, es ist riesig“, lacht sie. „Und es ist so nah an meiner Wohnung – perfekt. Was für ein gutes Marketing.“ Sie schätzt, es werde eine Woche, „vielleicht sogar einen Monat“ dauern, bis es schmilzt.

Zu diesem Zeitpunkt herrschten noch Minusgrade, doch für Samstag ist Regen angesagt.

Zwei weitere Ryerson-Studenten, Royal Quarcoo, 18, und sein Kumpel Ethan Thompson, 20, erfuhren am Nachmittag über TikTok davon. „Ich hatte ihn mir eigentlich größer vorgestellt, aber er ist trotzdem sehr groß“, sagt Quarcoo. Thompson hatte eine Prüfung, kam aber so schnell er konnte vorbei und rechnet damit, dass es ein paar Wochen bis einen Monat dauern wird, bis der Block geschmolzen ist. Er vermutet, darunter könnte eine Statue stecken, während Quarcoo glaubt, das Erscheinungsdatum werde „auf den Boden gesprüht“.

Treue Fans, weite Anreise

Beide eingefleischten Drake-Fans planen, regelmäßig vorbeizuschauen und den Schmelzprozess zu verfolgen, bis alles vorbei ist.

Auch die Familie Butler aus South Carolina war angereist: die Eltern Shannon und Lucy sowie ihre drei Töchter Kierrah, Leilana und die fünfjährige Kainao. Ob sie wisse, warum sie hier seien? „Ein Eisblock. Drake aus Kanada“, erklärt die kleine Anhängerin ROLLING STONE.

Die ältere Tochter Leilani sagt: „Wir sind wegen einer Hochzeit auf Familienurlaub hier, haben gerade koreanisches Barbecue gegessen und gesehen, dass Drake das gepostet hat – da haben wir gesagt: ‚Wir müssen das sehen.‘ Es war perfekt. Sieben Minuten zu Fuß. Das Timing hätte nicht besser sein können.“

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Und was dachte sie, als sie es sah? „Irre. Absurd“, sagt sie. „Ich frage mich, wie lange es dauert, bis es wirklich schmilzt und wir das Datum sehen.“

„Wenn Drake da drin war …“

„Es wird so unglaublich sein, wenn es auftaut und Drake rauskommt. Das wäre der Hammer“, lacht Shannon.

„Wenn Drake die ganze Zeit da drin war, ich schwöre“, witzelt Lucy.

„Irgendeine Illusion läuft da ab, irgendeine Zauberei, und er taucht einfach auf – das wäre der Wahnsinn“, ergänzt Shannon.

Drakes Eis-Eskapaden laufen bereits seit letztem Sommer, als er die einstündige „Iceman Episode 1“ veröffentlichte, in der ein Lieferwagen des lokalen Unternehmens The Iceman Toronto zu sehen ist. Seitdem droppte er die Single „What Did I Miss?“, gefolgt von der Kollaboration mit Central Cee „Which One“ sowie „Dog House“ feat. Yeat und Julia Wolf. Zuletzt ließ er außerdem „Somebody Loves Me Pt. 2“ anteasern.

Karen Bliss schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil